FASZINATION OLDTIMER: Sogar die Fußmatten sind Originale

In 41 Jahren keinen Regen gesehen : Dieser Käfer ist tip-top wie am ersten Tag

Der stolze Besitzer eines  Käfer-Cabrios präsentiert seinen Oldtimer einem hellen Braun metallic.
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Der 81-jährige Horst Sänger präsentiert seinen geliebten VW Käfer Cabrio. Das Schmuckstück hat in 41 Jahren weder Regen noch Schnee erlebt. Der Wagen hat nur 31.000 Kilometer auf dem Tacho und verfügt noch über die komplette Originalausstattung. Sogar die Fußmatten sind noch von damals und picobello sauber.

Das Thema Mobilität begeistert viele Menschen. Eine große Faszination üben zunehmend Oldtimer aus, auch in unserer Region. In der Serie „Faszination Oldtimer“ stellen wir Besitzer mit ihren betagten, aber charmanten Fahrzeugen vor.

Bad Arolsen – Dieser Käfer ist eine Wucht: 41 Jahre alt, aber nur 31.000 Kilometer auf dem Tacho, alles im Originalzustand, sogar die Fußmatten. Und sein Eigentümer bekräftigt: Der Wagen hat noch keinen Tropfen Regen abbekommen, noch keinen Schnee gesehen, geschweige denn Salz aufgewirbelt.

Horst Sänger ist mit seinen 81 Jahren fast doppelt so alt, wie sein geliebter Käfer. Nur an sonnigen und garantiert trockenen Tagen hat er den Wagen aus der Garage geholt, um mit seiner Frau Touren durchs Waldecker Land zu unternehmen.

Trittbretter makellos

Legendär ist die Einladung an den Edersee. Ein Freund versuchte die Sängers zu überreden, doch bitte trotz unsicherer Wetterlage mit ihrem schönen Käfer zu kommen: „Der hat mir angeboten, er würde seinen Wagen aus der Garage fahren, damit der Käfer dort sicher unterstehen könnte.“

Der 50 PS starke 1600 Kubik-Motor ist ebenso wie das ganze Fahrzeug bestens gepflegt. Alles blitzt und blinkt, fast wie am ersten Tag. Öl und Ruß sucht man hier vergebens. Die Karmann-Ausstattung des in Brasil-Braun-Metallic lackierten Käfers wird abgerundet durch schicke Alufelgen für den 195/60 Reifen. Die schwarzen Trittbretter sind makellos.

Original-Lenkrad und Original-Fußmatten. Nur das Radio wurde nachträglich eingebaut.

Nichts knarzt oder quietscht

Das Einzige, was nicht der Originalausstattung entspricht, sind zwei coole Cibie-Scheinwerfer, die Sänger schon früh in Wagenfarbe lackieren ließ und oberhalb der Front-Stoßstange anbrachte.

Rost sucht der kritische Betrachter an den Schweißnähten vergeblich. Und die typischen, außen liegenden Scharniere sind so gut geschmiert, dass sie keinen Ton von sich geben, wenn die Türen geöffnet werden.

Unverkäufliches Schmuckstück

Auch das Kunststoffdach ist sorgsam gepflegt und schließt dicht, soweit man das beurteilen kann, wenn der Wagen noch keinen Regen gesehen hat. Alles blitzt und blinkt, auch die Chrom-Stoßstangen. Picobello gepflegt. Schon oft ist Sänger gefragt worden, ob er sein Schmuckstück verkaufen würde. Auch die verlockendsten Angebote hat er schon ausgeschlagen: „Nicht zu verkaufen. Niemals.“

Alles blitzbank. Von Öl oder Ruß ist im Motorraum nichts zu sehen.

Inzwischen hat der den Käfer auf seine Tochter überschrieben. Die ist vor 27 Jahren schon darin zur Trauung chauffiert worden. Danach gab es Erinnerungsfotos vor dem Schloss.

Hochzeits-Bändchen in ehren ergraut

Ein inzwischen ergrautes, ehemals weißes Bändchen an der Antenne erinnert noch an diesen schönen Tag. Später hat Sänger seinen Käfer noch zweimal zu Hochzeiten im Bekanntenkreis ausgeliehen. „Aber nur an zuverlässige Fahrer“, ergänzt der Autoliebhaber. Ein H-Kennzeichen für das seltene historische Fahrzeug bekräftigt auch amtlicherseits, dass es sich hier um etwas Besonderes handelt. (Von Elmar Schulten)

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