Künstler freut sich über kritische Gedanken zu seinen Werken

Dieter Blums Garten voller Phantasie

Antik nachempfundene Säulen und Friese mit phantasievollen Szenen aus alten Sagen prägen dieses Kunstwerk im Garten von Dieter Blum. Der Künstler freut sich über Besucher. Foto: Schulten

Bad Arolsen - Auch in seinem 65. Berufsjahr sprüht der Bad Arolser Allround-Künstler Dieter Blum immer noch vor Phantasie und Kreativität.

Nicht nur am Tag der offenen Gärten, sondern jeden Tag freut sich Blum über interessierte Besucher, die seine 120 Installationen und Figuren im Garten am Atelier in der Mannelstraße besuchen.

Besonders freut sich Blum über die Kommentare seiner Besucher. Dabei hat er es nicht unbedingt auf bewundernde Anerkennung für seine Arbeit abgesehen, sondern vielmehr auf die kritische Auseinandersetzung. Jeden kritischen Kommentar notiert der Künstler in seiner Kladde und lässt ihn auf die eine oder andere Weise in seine Arbeit einfließen.

Die schönsten Anregungen kommen manchmal von Kindergartengruppen, die die im Garten arrangierten Figuren mit ganz anderen Augen betrachten als Erwachsene.

Dieter Blum selbst kann zu jeder Installation eine Geschichte erzählen. Viele dieser Geschichten hat er in Büchern zusammengefasst, aus denen er und seine Frau auch gerne bei Interesse vorlesen.

Seit mindestens 20 Jahren taucht die Figur des Harold immer wieder als Erzähler in diesen phantastischen Geschichten auf. Blum sieht Harold als Namensgeber der mittelalterlichen Siedlung Haroldessen, aus der im Laufe der Jahrhunderte Arolsen hervorgegangen ist.

In Blums neuster Seriengeschichte fasst Harold 1000 Jahre Geschichte des Waldecker Landes zusammen. In Farbe gemalt finden sich die Bilder der Geschichte in einer Auftragsarbeit wieder. Der Auftraggeber möchte nicht genannt werden und auch sein schickes Hofgut soll der Öffentlichkeit verborgen bleiben. Blums Bilder aber schmücken, witterungsbeständig auf Blech gemalt, die Fassade eines Stalles.

In ähnlicher Technik hat Blum seine Garagentore zum Kunstgarten bemalt. Die Bildmotive für die Garagen sind allerdings Grimm‘schen Märchen entsprungen.

Wer sich die Zeit nimmt und durch den großen Garten schlendert, kann hier auch antikisierte Statuen in ganz modernen Positionen finden: Mal auf einer Toilette thronend, mal mit einem übergroßen Euro als Schutzschild.

Blum liebt es, aktuelle politische Themen in seine Kunstsprache zu übertragen. So findet sich in seinem Garten auch ein Beitrag zur Bankenrettung: Sitzbänke aus Edelstahl mit Keramiklehnen.

Den Eingang zum Garten schmücken zwei Steinböcke, Sinnbilder seiner spanischen Wahlheimat, in der er die kalten Wintermonate verbringt.

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