Geruch von Lack wohl bekannt

Digital-Ministerin Sinemus auf den Spuren ihrer Kindheit im Essex-Werk Bad Arolsen 

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Digitalministerin Kristina Sinemus zu Besuch bei Firma Essex. Bei einer Führung durch die Produktionsanlagen präsentiert Peter Lammers eine Spule mit lackisolierten Wickeldraht.  

Bad Arolsen.  Ihren ersten offiziellen Firmenbesuch als Ministerin hat Kristina Sinemus, Hessens neue Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, gestern bei der Firma Essex absolviert.

„Das war mir ein besonderes Anliegen“, bekräftigte die aus Arolsen stammende Ministerin, schließlich habe sie als kleines Mädchen immer auf dem Werksgelände gespielt. Ihr Vater war von 1964 bis 1972 Werksleiter für Felten&Guilleaume und so habe sie oft beim Pförtner auf den Feierabend ihres Vaters gewartet. Der süßliche Geruch des Isolierlacks ist ihr in guter Erinnerung geblieben.

Blick aus Papas alten Büro auf das Werksgelände: Der Vater von Kristina Sinemus war Werksleiter bei Felten&Guilleaume in Bad Arolsen, heute Essex. Werksleiter Peter Lammers lud die Ministerin zu einer Werksführung ein.

Seitdem hat sich eine Menge im Werk geändert. Die Lackdrahtproduktion ist auf 28 000 Tonnen pro Jahr, der Jahresstromverbrauch auf 40 Gigawattstunden gestiegen und das Unternehmen mit seinen heute 198 Mitarbeitern gehört zu einer Tochter des koreanischen Konzern LS Cable mit Namen Superior Essex.

Bei der Produktion gibt es eine Unzahl von Daten zu überwachen. Jeder Lackierofen hat Dutzende Messstellen, die laufen ihre Werte an den Zentralserver übermitteln. Das funktioniert aber alles firmenintern und nicht über das Internet.

Dennoch haben natürlich große Konzerne auch Bedarf an schnellen Internetverbindungen. Das neue Essex-Kabelwerk in Serbien verfügt schon über all die Digitale Steuerungstechnik, die künftig wohl in allen Fabriken Einzug halten wird.

In Arolsen hat das Unternehmen im März 2017 ein Joint-Venture mit dem japanischen Kabelproduzenten Furukawa begonnen. Gemeinsam will man hier Hochleistungs-Wickeldrähte produzieren, die die besonderen Anforderungen erfüllen, die in modernen Elektroautos gefordert sind. 

Japanische Autohersteller nutzen diese Spezialdrähte bereits, die nicht nur mit Lack in vielen Schichten isoliert sind, sondern auch noch über eine Kunststoffschicht aus dem Extruder verfügen. Diese Drähte können mit hohen Spannungen über 400 Volt betrieben werden. Ihre Isolierschichten halten auch das anspruchsvolle Wickelverfahren für Hochleistungsmotoren aus. Insofern bereitet sich Essex für die Anforderungen der E-Mobilität vor, wie Peter Lammers als Chef der beiden Essex-Werke in Bad Arolsen und Bramsche betonte.

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