Güt für Körper und Geist

Digitalministerin Sinemus ist Schirmherrin für virtuelle Seniorenspiele

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Atemlos durch die Nacht: Digitalministerin Kristina Sinemus (Mitte) hat die Schirmherrschaft über die Einführung der MemoreBox für digitales Spielen in Seniorenheimen übernommen. Gemeinsam mit einer Bewohnerin des Helenenheims tanzt sie vor dem Bildschirm der Spielkonsole zum Hit von Helene Fischer.

Bad Arolsen.  Das Helenenheim des Waldeckischen Diakonissenhauses ist eines von bundesweit 100 Seniorenheimen, an denen die Memore-Box, ein neuartiges Computerspiel zum Training von Geist und Körper, eingesetzt und wissenschaftlich ausgewertet wird.

Die Schirmherrschaft über dieses innovative Projekt der Barmer-Pflegekasse hat die aus Bad Arolsen stammende hessische Digitalministerin Kristina Sinemus übernommen, deren Mutter ebenfalls im Helenenheim wohnt und betreut wird.

Bei der Einführungsveranstaltung für die therapeutische Spielkonsole rief Sinemus den Bewohnerinnen und Bewohnern des Helenenheims zu: „Ich bin überzeugt davon, dass diese MemoreBox Ihnen Vorteile bringt.“

Digitalisierung müsse als Chance zur Teilhabe verstanden werden, stellte die Ministerin fest und wiederholte ihr Credo: „Digitalisierung soll den Menschen dienen und nicht umgekehrt.“ Im Falle der Spielekonsole ermögliche die moderne Technik den Senioren das virtuelle Spiel, sei es in Form von Tanzen, Kegeln, Singen oder Motorrad fahren. Und jedes Bewegungsspiel sei zudem mit einem Gedächtnistraining verbunden.

Das Memore-Box-System sei mehr als die Kombination einer handelsüblichen X-Box mit einer Kamera, versicherte der Projektleiter des Unternehmens Retro-Brain R&D, Jens Brandis: Dahinter stecke eine ausgeklügelte Software. und das Schöne für die Anwender sei: „Es gibt nur einen Einschalt-Knopf.“ Alles Weitere werde intuitiv mit Gesten vor der Kamera gesteuert. Die Teilnehmer können nicht verlieren. Das Spiel bereite Freude und steigere das Selbstwertgefühl.   Die Spiele können sogar mit kleinen Bewegungen aus dem Rollstuhl aus gesteuert werden. 

Hier wird die 150-jährige Tradition der Altenpflege der waldeckischen Diakonissen fortgeführt und mit moderner Technik verbunden, wie Pfarrer Oswald Beuthert als theologischer Vorstand des Diakonissenhauses betont: „Wir haben vor zehn Jahren die digitale Patientenakte eingeführt.“ 

Und auch sonst habe man keine Angst vor technischen Neuerungen. Deshalb habe er mit seinen Mitarbeitern nicht lange überlegen müssen, als die Barmer-Pflegekasse nachfragte, ob sich das Helenenheim an dem Pilotprojekt der MemoreBox beteiligen wollen.

Die MemoreBox sei von erfahrenen Experten aus der pflegerischen Praxis und der Wissenschaft konzipiert worden, so RetroBrain-Projektleiter Jens Brandis. Eingeflossen seien Erkenntnisse aus der Geriatrie, der Neuropsychologie sowie der Physio- und Musiktherapie. Deshalb finanziert die Barmer die begleitende Forschung durch die Berliner Charité, die Humboldt-Hochschule und die Alice-Salomon-Hochschule in Berlin.

Bei der wissenschaftlichen Auswertung der Erfahrungen in den 100 beteiligten Seniorenheimen wird unter anderem untersucht, ob Männer und Frauen unterschiedlich auf die Spielangebote reagieren. Sie sei stolz darauf, dass das Pilotprojekt in ihrer waldeckischen Heimat gestartet werde, so die Ministerin.  

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