Schuldfähig trotz dissozialer Persönlichkeitsstörung

Dreieinhalb Jahre Haft für Brandstifter von Twiste

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Twistetal/Kassel. - Zu einer Jugendstrafe von dreieinhalb Jahren Haft ohne Bewährung hat die zehnte Strafkammer des Landgerichts Kassel den 19-jährigen Brandstifter von Kassel verurteilt, der mit zwei nächtlichen Großbränden und einem dritten gescheiterten Versuch im März Angst und Schrecken in Twiste verbreitet hat.

In seinem Schlusswort wiederholte der jugendliche Straftäter seine bereits zu Prozessbeginn geäußerte Entschuldigung, verbunden mit einem Gestndnis: „Ich gebe zu, dass ich die Brände gelegt habe. Das tut mir auch sehr leid.“Bei der Strafzumessung berücksichtigte das Gericht auch die schwierigen familiären Verhältnisse, in denen der junge Mann aufgewachsen ist.

Im Prozessverlauf war deutlich geworden, dass weder Vater noch Mutter jemals einen liebe- und verständnisvollen Umgang mit dem Jungen gepflegt haben. Im Gegenteil hat er schon früh Gewalt und Vernachlässigung erfahren. Im Kindergarten fiel er so unangenehm auf, dass ihm der weitere Besuch untersagt wurde, außerdem flog er von der Grundschule, wurde von Sonderschule zu Sonderschule durchgereicht und landete schließlich in einem Erziehungsheim, wo er eine Erzieherin lebensgefährlich verletzte. Doch auch diese schlimmen Erfahrungen des Täters können die Opfer der Brandstiftungen nicht über ihren Schaden und ihr Leid hinwegtrösten. Im Strafverfahren vor dem Landgericht wurde deutlich, dass die Bewohner des abgebrannten und inzwischen abgerissenen Hauses an der Twister Hauptstraße immer noch unter dem Verlust ihres Zuhauses und der Angst angesichts des Flammenmeeres leiden.

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