Denkwürdige Sitzung in der Mengeringhäuser Stadthalle

Dritte Amtszeit für Bürgermeister van der Horst: Mit großen Erfolgen alle Zweifler überzeugt

Dritte Amtseinführung für Jürgen van der Horst als wiedergewählter Bügermeister von Bad Arolsen erfolgte in der riesigen Stadthalle von Mengeirnghausen. Die Verpflichtung per handschlag erfolgt in Corona-Zeiten unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen. Es gelten die verschärften Abstandsregeln. Unmittelbar nach dem Handschlag wird die bereitstehende Handdesinfektion genutzt. Beim Erinnerungsfoto mit Stadtverrodntenvorsteher Marko Lambion und Erstem Stadtrat Helmut Hausmann stehen die Beteiligten fast zwei Meter von einander entfernt. Die Kameraperspektive "schiebt" die drei hinter einander stehenden Hauptperseonen optisch etwas näher zusammen. Foto: Elmar Schulten
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Dritte Amtseinführung für Jürgen van der Horst: Beim Erinnerungsfoto mit Stadtverordnetenvorsteher Marko Lambion und Erstem Stadtrat Helmut Hausmann stehen alle weit von einander entfernt. Die Kameraoptik „schiebt“ die drei näher zusammen.

Jürgen van der Horst ist am Donnerstagabend von Stadtverordnetenvorsteher Marko Lambion feierlich in seine dritte Amtszeit als Bürgermeister der Stadt Bad Arolsen eingeführt worden.

Bad Arolsen. Die Hessische Gemeindeordnung sieht für diesen formellen Akt vor, dass er „per Handschlag“ zu erfolgen hat. Deshalb war vorsorglich ein Gerät zur Handdesinfektion neben dem Rednerpult platziert worden.

Es war eine denkwürdige Sitzung: Aus Sorge die Stadtverordneten, Magistratsmitglieder, Mitarbeiter der Verwaltung und die wenigen Zuschauer auf der Empore könnten sich mit dem Coronavirus infizieren, waren weit auseinanderstehende Einzeltische in der riesigen Stadthalle von Mengeringhausen verteilt worden. Es galt Maskenpflicht. Mikrofone wurden desinfiziert.

Selbstkritischer Blick zurück

Dennoch waren alle bemüht, der für die weitere Stadtentwicklung so wichtigen Amtseinführung den ihr gebührenden Rahmen zu verleihen.

Ebenso wichtige wie ungewöhnliche Sitzung in der Stadthalle von Mengeringhausen: Alle Stadtverordneten sind an Einzeltischen platziert. Wer aufsteht, trägt Mundschutz. Die Mikrofone werden desinfiziert. 

Stadtverordnetenvorsteher Marko Lambion würdigte die Leistungen des umtriebigen Bürgermeisters in den vergangenen zwölf Jahren und räumte dabei ein, dass der Abend nicht ausreiche, um alle angestoßenen und umgesetzten Projekte aufzuzählen.

Schon bei der Bewältigung des großen Schuldenberges habe sich van der Horst als Krisenmanager und Fels in der Brandung erwiesen. Deshalb sei er zuversichtlich, dass er die Stadt auch sicher durch die aktuelle Krise steuern werde.

Erster Stadtrat Helmut Hausmann gab kleinlaut zu, dass er nach dem Wahlsieg von van der horst vor zwölf Jahren geunkt habe, dass „ein Feldwebel nicht gleich zum Kommandeur aufsteigen könne“. Doch heute müsse er zugeben, dass er sich geirrt habe.

Erfolg und Gottes Segen für die dritte Amtszeit

„Inzwischen haben alle erkannt, dass Jürgen van der Horst nicht nur ein Bataillon, sondern auch eine Brigade oder gar eine Division führen kann“, lobte Hausmann, der 45 Dienstjahre in verschiedenen Funktionen bei der Bundeswehr absolviert hat.

Dritte Amtseinführung für Jürgen van der Horst: Nach der Verpflichtung per Handschlag nutzten Stadtverordnetenvorstehe r Marko Lambion und Bürgermeister van der Horst den neben ihnen platzierten Spender für Handdesinfektionsmittel.

Gleichzeitig kündigte der Erste Stadtrat an, dass er bei der nächsten Kommunalwahl nach 49 Jahren in der Kommunalpolitik nicht wieder kandidieren werde. Bürgermeister Jürgen van der Horst wünschte Hausmann für die kommenden Jahre Amtsjahre viel Erfolg, Zuversicht und Gottes Segen.

Van der Horst würdigte Hausmann als treuen Diener der Stadt, dem es egal sei, wer unter ihm Bürgermeister sein dürfe. Immerhin erlebe Hausmann gerade die zehnte Amtseinführung eines Bürgermeisters.

Selbstbewusst: "Wir können Krise"

In seiner dritten Antrittsrede hat Bürgermeister Jürgen van der Horst nur kurz Rückblick auf die vergangenen zwölf Jahre gehalten und dann sehr schnell und sehr umfassend auf die nächsten großen Aufgaben verwiesen. Die Stadt sei anders als bei der Finanzkrise 2008/9 gut aufgestellt. 

Der Schuldenberg sei abgebaut, es gebe ein Finanzpolster, von dem man nun eine Zeitlang zehren könne, wenn die Steuereinnahmen im Zuge der Corona-Krise wegbrächen. Selbstbewusst stellte Van der Horst fest: „Wir können Krise.“

 Das Städtebauförderungsprogramm und die Dorferneuerung seien gut gestartet. Es seien bereits 102 private Maßnahmen mit einem Zuschussvolumen von 1,1 Millionen Euro bewilligt. Die Gesamtinvestitionen lägen hier bei 4,8 Millionen Euro.

Lange Liste mit vielen Projekten

 Die Stadt werde nun den Abriss und Neubau des Jugendzentrums beginnen, das neue Sportzentrum werde konzeptionell erarbeitet, die Umgestaltung der Thieleaue mit Abriss des alten Hallenbades sei ein Beitrag zum Umweltschutz und zur Verbesserung des Stadtklimas. 

Die Sanierung des Bürgerhauses Helsen, der Neubau des Feuerwehrhauses Schmillinghausen und die Erweiterung in Wetterburg seien ebenso wichtig wie die Sanierung des Rathauses in Landau. Auch die Ausweisung von Baugrundstücken auf dem ehemaligen Lahrmann-Gelände gehe, wenn auch langsam, voran: „Alles braucht seine Zeit, aber wir werden hier Impulse setzen können.“ 

Dezentrale stationäre Versorgung ist wichtig

Als wichtige Zukunftsaufgabe bezeichnete der frisch ins Amt eingeführt Bürgermeister den Berich Gesundheitsvorsorge. Gerade die aktuelle Corona-Krise habe gezeigt, wie wichtig eine stationäre Versorgung dezentral in der Fläche notwendig sei: „Das ist kein Selbstläufer. Da werden wir uns politisch positionieren müssen.“ 

In der Gesundheitspolitik müsse man wieder wegkommen von der rein betriebswirtschaftlichen Planung hin zu mehr Bedarfsorientierung. Parallel dazu werde sich der Magistrat um ein Facharztzenturm bemühen. Im Rathaus soll die Digitalisierung forciert werden. Zu einer leistungsfähigen Verwaltung gehörten heute auch das Angebot von Online-Dienstleistungen. Van der Horst: „Da kommt keine Langeweile auf.“

Blick zurück: Die Wahlergebnisse

Bei der Bürgermeisterwahl am 1. Dezember 2019 wurde der heute 53-jährige van der Horst, der als einziger Kandidat und als Parteiloser angetreten war, mit überwältigender Mehrheit von 93,13 Prozent der abgegebenen Stimmen in seinem Amt bestätigt. Die Wahlbeteiligung ließ allerdings zu wünschen übrig: Von 12 664 Wahlberechtigten gaben nur 3357 ihre Stimme ab. Das entsprach einer Wahlbeteiligung von lediglich 26,51 Prozent.

Schon bei seiner ersten Wiederwahl im Jahr 2013 war van der Horst der einzige Bewerber um den Chefsessel im Rathaus gewesen. Damals erreichte er 84,9 Prozent. Bei seiner ersten Wahl 2007 hatte er sich in einer Stichwahl gegen Angela Dingel-Padberg (CDU) mit 72 Prozent durchgesetzt.

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