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Dunkle Seiten der Arolser Stadtgeschichte digital aufbereitet

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Von: Elmar Schulten

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Schüler mit Urkunden in der Hand präsentieren den von ihnen gestalteten Internetauftritt und Gedenktafeln im ehemaligen Gefängnishof der Arosler Kaserne.
Gedenktafeln und einen modernen Internetauftritt für die Häftlinge im Arolser Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald haben Schüler der Christian-Rauch-Schule erarbeitet. Für ihren Einsatz gegen das Vergessen der Häftlingsnamen wurden die Schüler von Bürgermeister Marko Lambion mit Urkunden gewürdigt. © Elmar Schulten

Schüler der zehnten Klasse haben im Rahmen einer Geschichts-AG der Christian-Rauch-Schule die im Vorjahr gesammelten Informationen über das Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald in Arolsen gesammelt und für eine Internet-Präsentation aufbereitet. Diese Website soll nun mit den städtischen Museumsseiten verknüpft werden.

Bad Arolsen – Bei einer Präsentation im ehemaligen Gefängnishof des Stabsgebäudes der Innenstadtkaserne würdigte Bürgermeister Marko Lambion den Einsatz der Schüler für die Erinnerungskultur in der Stadt. Der Magistrat habe zu diesem Zwecke eine Kommission eingesetzt, doch die habe in den vergangenen Monaten aufgrund vieler Widrigkeiten kaum tagen können.

Umso vorbildlicher sei nun schon der zweite konkrete Vorstoß der CRS-Geschichts-AG. Der Anlass sei nicht besonders rühmlich für die Stadt Bad Arolsen. Schließlich sei die Stadt in der Zeit des Nationalsozialismus Sitz einer SS-Führerschule gewesen. Angehende Buchhalter für Konzentrationslager seien hier ausgebildet worden und hätten sich dabei von Häftlingen des Konzentrationslagers Buchenwald bedienen lassen.

Die Häftlinge beim Namen nennen

An diese ehemaligen Buchenwald-Häftlinge erinnert die von CRS-Schüler im vergangenen Jahr inhaltlich gestaltete Gedenkstätte. Bürgermeister Lambion betonte in diesem Zusammenhang, wie wichtig es sei, den Häftlingen wieder ihre Identität zurückzugeben und ihre Namen zu nennen.

All diese Daten und Fakten seien nun vom nächsten Schülerjahrgang digital aufgearbeitet und in Form einer Internetseite mit vielen Unterseiten aufbereitet worden.

Ehemaliger Gefängnishof täglich frei zugänglich

Diese Daten stellen die Schüler um Geschichtslehrerin Tina Römer dem Magistrat zur Verfügung, damit die Stadtverwaltung damit den Internetauftritt des städtischen Museums ergänzen kann.

Erster Stadtrat Udo Jost, der auch Vorsitzender des Vereins Historicum ist, zu dem das Museum im Stabsgebäude gehört, dankte für den Einsatz und versprach, die Informationen einem großen Publikum zugänglich zu machen. Deshalb sei der Gefängnishof am Stabsgebäude auch täglich frei über einen Zugang vom Birkenweg zugänglich.

Ehemaliger CRs-Schüler wurde zum Widerstandskämpfer

Die Präsentation der von den Schülern erarbeiteten Homepage erfolgte am 20. Juli, dem Jahrestag des gescheiterten Hitler-Attentats. In diesem Zusammenhang erinnerte der Grünen-Stadtverordnete und CRS-Lehrer Dr. Ulrich von Nathusius daran, dass die Stadt Bad Arolsen einem Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime mit der Benennung einer Straße auf dem Kasernengelände ein Denkmal gesetzt habe.

Der Mediziner Dr. Georg Großcurth, der 1923 in Arolsen Abitur gemacht hat, wurde 1944 vom Volksgerichtshof unter dem berüchtigten Richter Roland Freisler zum Tode verurteilt. (Elmar Schulten)

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