Christian Durstewitz und Co. begeistern im BAC-Theater

"Durstis" Überraschungsshow

Bad Arolsen - Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet der Song von der „Gummibärenbande“ der Knaller des Abends werden würde? – Beim Konzert mit Christian Durstewitz warteten reichlich Überraschungen auf die Zuhörer.

Es war ein Auftritt mit Wohnzimmer- und Wohlfühlatmosphäre, den „Dursti“ zusammen mit seinem ehemaligen Klassenkameraden Bastian Thihanyi auf der BAC-Bühne ablegte. Zwischen Bühnenrequisiten wie einer altertümlichen Stehlampe und der Tür, die immer wieder in die Show eingebaut wurde, fühlten sich die jungen Vollblutmusiker sichtlich wohl. Ihrem überschaubaren, dafür aber umso begeisterteren Publikum erging es ebenso. Dafür sorgte zum einen das perfekt aufeinander eingespielte Duo auf der Bühne, dem nicht anzumerken war, dass beide „schon lange nicht mehr in dieser Formation gespielt“ haben, wie das Publikum vom locker-flockig moderierenden Sänger erfuhr. Mit modernen Klassikern wie George Michaels „Faith“, „Dance with somebody“ von Mando Diao oder seinem eigenen Song „Stalker“ hatte Grand-Prix-Anwärter Durstewitz schon in der Casting-Show „Unser Star für Oslo“ Punkte und Sympathien gesammelt. An der Gitarre, teils wie Bob Dylan mit umgehängter Mundharmonika oder am Keyboard erzeugte der Altenlotheimer seinen unvergleichlichen Drive und Sound, der von Bastian Thihanyi am Cajon noch schlagkräftig beschleunigt wurde. Ein weiterer dicker Pluspunkt des Konzerts, dessen Akteure immer ein bisschen wie eine sehr charmante, sehr professionelle Schülerband rüberkamen, waren die mitreißenden Entertainer-Qualitäten, die Christian Durstewitz an den Tag legte. Mitten im Konzert suchen Musiker und Helfer vergeblich nach einem Requisit in den unendlichen Tiefen des BAC-Backstage-Bereichs? Kein Problem, schon ist die Suche (die erst nach der Pause Erfolg zeitigen wird) zur Freude des Publikums ins Programm eingebaut. Eine Melodie aus der Miracoli-Werbung? Auch dem drückt „Dursti“ seinen typisch rockigen Stempel auf. Überhaupt darf viel gelacht und geschmunzelt werden über die flotten und selbstironischen Sprüche und Dialoge der beiden Akteure, auch wenn zwischendurch eine gitarrenlastige Version von Elton Johns „Your Song“ auf eher geteiltes Echo stößt. Dafür legt das Arolser Publikum ungeahnte Geschmäcker an den Tag: bei den Wunschtiteln, durch Klatschen und Johlen wählbar, sind ausgerechnet „In der Weihnachtsbäckerei“ und später besagte „Gummibärenbande“ die Favoriten. „Ja, ja, das machste was mit, aber kein Problem: Singen mit Onkel Christian und Onkel Basti“, stöhnt der geplagte Mann am Mikrofon, während sein Bühnenkollege entspannt lächelnd die passenden Rhythmen hinzuimprovisiert. Die ausgelassene Stimmung im BAC-Saal, von allen beteiligten Musikern ausdrücklich als „coole Location“ gewürdigt, bereitete auch den Boden für zwei Nachwuchstalente, die „Dursti“ auf die Bühne geholt hatte. Als erster trat Lucas Mohr, Abiturient aus Vellmar, ans Mikro. Zuerst im Duett mit „Dursti“, anschließend mit zwei selbstgeschriebenen Songs glänzte der junge Musiker als echtes Singer-Songwriter-Talent, dessen eingängiges Stück „Weit draußen“ an die ruhigen Songs der Smashing Pumpkins in ihren besten Zeiten erinnerte. Der zweite „Überraschungsgast“ stand indes schon öfter mit Christian Durstewitz auf der Bühne. Die 21-jährige Raffaella Covelli aus Frankenberg brachte Songs wie „She works hard for the money“ und „Im Wagen vor mir“ gemeinsam mit Durstewitz – und mit stimmkräftiger Unterstützung des Publikums, das mit zunehmender Begeisterung ins „Ratamratam“ einfiel.Kein Wunder, dass die Zuhörer nach der Gummibären-Zugabe noch gerne jubelnd und stampfend für Fotos und Filmchen für die Band posierten. Und das Versprechen mit nach Hause nehmen, dass „Dursti and Friends“ nächstes Jahr wieder in die „coole Location“ nach Arolsen kommen. (sim)

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