Mengeringhausen

Edersee wäre heute nicht mehr zu bauen

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- Bad Arolsen (-es-). Eine Mehrheit für einen erneuten Beschluss in Sachen Windpark im Stadtwald zeichnet sich zwar ab. Doch ebenso deutlich treten die Risse zutage, die quer durch alle Fraktionen gehen.

Im Ausschuss für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung signalisierten die Sprecher von CDU, SPD, Offener Liste und FWG, dass es in dieser Sache keinen Fraktionszwang geben werde. Jeder müsse nach seinem Gewissen entscheiden. Oft sei auch einfach der Wohnort ausschlaggebend. Hintergrund der erneuten Diskussion in dieser Sache ist die Tatsache, dass nach dem Bürgerentscheid vom 7. November, bei dem das nötige Quorum von 25 Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung nicht erreicht wurde, nun erneut das Stadtparlament gefragt ist, seinen Beschluss zu überdenken und gegebenenfalls zu erneuern. Die Argumente zu diesem Projekt sind seit Monaten ausgetauscht. Dafür haben nicht zuletzt Dutzende von Leserbriefen in der Waldeckischen Landeszeitung gesorgt. Dennoch mühte sich am Dienstagabend im Ausschuss für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung besonders der Stadtverordnete Detlef Volmer von der Offenen Liste, die ganze Diskussion noch einmal von vorne aufzurollen. Dazu hatte er sich bestens vorbereitet und viele Aspekte zusammengetragen. Volmer warnte davor, die beim Bürgerentscheid ermittelte Mehrheit gegen das Projekt einfach „wegzudiskutieren“. Der Grünen-Stadtverordnete Hermann Böhle brach eine Lanze für die Windkraft: „Das ist die umweltfreundlichste Energiequelle von allen. Jede Energieform hat irgendwelche Makel.“ Bei der Windkraft sei es nur das Problem der Ästhetik. Für Böhle stand fest: „Der Edersee wäre heute nicht mehr durchsetzbar.“ Aber irgendwie müsse doch die Energie der Zukunft produziert werden.Am Ende stimmten fünf Ausschussmitglieder für die Wiederholung des Parlamentsbeschlusses vom Mai, einer stimmte dagegen, einer enthielt sich. Eine ähnliche Debatte dürfte sich am heutigen Donnerstag um 19.30 Uhr im Haupt- und Finanzausschuss wiederholen, der öffentlich im kleinen Saal des Bürgerhauses tagt. Das Stadtparlament entscheidet am Donnerstag, 16. Dezember, um 19.30 Uhr im großen Saal des Bürgerhauses. Bei dieser Sitzung soll Sprechern der Bürgerinitiative ein Rederecht eingeräumt werden.

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