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Anlaufpunkt für Ukrainer aus dem Raum Bad Arolsen

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Von: Armin Haß

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Gottesdienst der Ukrainer bei der evangelischen Gemeinde in Bad Arolsen.
Gottesdienst der Ukrainer bei der evangelischen Gemeinde in Bad Arolsen. © Privat

Zu einem Anlaufpunkt für ukrainische Flüchtlinge und zu einem Treffpunkt für Einheimische, die sich zum Gespräch oder zum Stricken treffen wollen, entwickelte sich die Freie Evangelische Gemeinde in ihrem Haus am Watterweg in Bad Arolsen.

Bad Arolsen – Nach ersten vorsichtigen Öffnungen in der Corona-Pandemie, die das Gemeindeleben mit Zusammenkünften schwieriger machte, begannen die regelmäßigen Gottesdienste der aktuell 56 Angehörige zählenden FeG in Bad Arolsen. Zusammen mit einem Freundeskreis kommt die FeG auf rund 100 Menschen, die mit der Gemeinde verbunden sind.

Neue Angebote

Darüber hinaus kommen nach Auskunft von Pastor Alfred Dautermann einheimische Frauen einmal samstags im Monat zu einem Kreativ-Café zum Stricken, Handarbeiten oder Klönen in dem zum Teil neu möblierten und verschönten Gemeindehaus zusammen.

Die Zugehörigkeit zur Freikirche ist dabei ebenso wenig erforderlich wie beim Begegnungscafé, das in Zusammenarbeit mit Andrea Pilapl vom Bathildisheim im Wechsel einmal im Monat samstags bei der FeG und einmal sonntags im Monat im katholischen Pfarrheim Menschen zusammenbringt, die nicht unbedingt kirchlich gebunden sein müssen.

Raum für ein überkonfessionelles Kreativcafé und ein Begegnungs-Café bietet die Freie evangelische Gemeinde in Bad Arolsen.
Raum für ein überkonfessionelles Kreativcafé und ein Begegnungs-Café bietet die Freie evangelische Gemeinde in Bad Arolsen. © Privat

Darüber hinaus ist die Gemeinde mittlerweile in ein Netzwerk zur Unterstützung von ukrainischen Flüchtlingen eingebunden. Als nächstes wird sich ab kommenden Mittwoch eine ukrainische Frauengruppe zum Singen, Musizieren an Instrumenten und natürlich zu Gesprächen treffen. Die in der Ukraine-Hilfe seit dem russischen Angriff vor knapp einem Jahr aktive Bad Arolser Lehrerin Marianna Marinets steht in engem Kontakt auch mit der FeG.

Internationale Verbindungen

Die freikirchliche Gemeinde hatte im Sommer auf Anregung von zwei togolesischen Auszubildenden in Altenpflege einen afrikanischen Abend vorbereiten wollen. Doch durch zwischenzeitlich geknüpfte Kontakte mit dem freikirchlichen ukrainischen Pastor Mykhailo Vatan, der mit seiner Frau Tatjana und den fünf Kindern nach Deutschland floh, hatten sich zudem 30 ukrainische Flüchtlinge angemeldet. Die Vielfalt gehöre halt dazu, sagt Pfarrer.

Inzwischen treffen sich sonntags 20 Erwachsene und 20 Kinder aus der Ukraine bei der FeG zu Gesprächen und am späten Nachmittag zu einer Andacht. Zu einem Weihnachtsgottesdienst mit Pastor Vatan und seinem Kollegen Dautermann kamen sogar 90 Ukrainer aus einem Einzugsbereich zwischen Trendelburg und Burgwald.

Zerstörte Heimatstädte

Die Menschen kommen aus Odessa, aber auch aus den vom Krieg fast zerstörten Städten Charkiw. Cherson oder Luhansk.

Es sind Menschen mit Heimweh und Ukrainer, die nicht mehr in ihre zerstörten Heimatstädte zurück wollen und schlimme Erlebnisse und Nachrichten verarbeiten müssen. „Wir spüren die Zerrissenheit der Menschen, die mit dem Herzen und den Gedanken in der Heimat sind, aber die Notwendigkeit der Flucht gesehen haben“, so Pastor Dautermann. Man sehe es als Geschenk, helfen zu können, Ruhe und Frieden und die Botschaft des Evangeliums bieten zu können.

In der Gemeinde werden neben den Begegnungsmöglichkeiten Sammlungen für die Unterstützung von ukrainischen Flüchtlingen organisiert. (Armin Haß)

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