Betonsanierung an Autobahnbrücken bei Diemelstadt verursacht Dauerstau

Eine Krücke für die Brücke

Autobahnbaustelle bei Wrexen führt zu Dauerstaus. Foto: Elmar Schulten

Diemelstadt - Zwischen Wrexen und Westheim werden seit 2014 drei Autobahnbrücken mit einer Gesamtlänge von rund 600 Metern saniert. Sie überbrücken im Diemeltal die Kreisstraße von Wrexen nach Orpethal, die Orpe, die Diemel, die Bahnstrecke von Marsberg nach Warburg und die Bundesstraße 7.

Die Gesamtkosten sind mit sechs Millionen Euro kalkuliert. Im Zuge der Arbeiten werden Verstärkungsanker eingebaut, die die Brücken aus den 60er-Jahren für die Belastungen des Straßenverkehrs von heute ertüchtigen. Auf der A 44 bilden sich derweil kilometerlange Rückstaus, an deren Ende sich jetzt die schweren Auffahrunfälle häufen.

Als die drei Autobahnbrücken über Orpe, Diemel und Bundesstraße 7 Ende der 60er-Jahre gebaut wurden, waren die Lastwagen kürzer, die Lasten geringer und die Autobahn meist leer.

Heute donnern die 40-Tonner im Sekundentakt über die Autobahn 44. Kein Wunder, dass den Straßenbauexperten beim Landesbetrieb Straßen NRW im Zuge der anstehenden Brückenüberprüfung Zweifel kamen, ob denn das 45 Jahre alte Bauwerk noch den Anforderungen entspricht.

Die statischen Pläne wurden am Schreibtisch neu durchgerechnet und vor Ort mit der neuen Wirklichkeit verglichen. So ergab sich ein großer Nachbesserungsbedarf. Mit Spezialankern ließen sich die Tragwerke dauerhaft verstärken, so das Ergebnis.

Die Arbeiten begannen im Sommer 2014. Zunächst wurden die beiden Richtungsfahrbahnen nach Dortmund saniert. Dazu wurde der Verkehr auf die Gegenfahrbahn umgeleitet, die Asphaltdecke abgetragen und der Beton freigelegt.

Nach der Winterpause wurde im April dieses Jahres die Richtungsfahrbahn Kassel freigelegt. Wenn sich keine Überraschungen an der Bausubstanz ergeben, müsste die Baustelle im Oktober abgeschlossen sein, so die Planungen bei der zuständigen Autobahnniederlassung Hamm.

Bis dahin aber bleibt für die Fahrtrichtung Dortmund nur eine Fahrspur offen. Täglich bilden sich lange Staus, die im Halbstunden-Abstand im Verkehrsfunk auftauchen.

Für manchen Autofahrer scheint die Baustelle trotz aller Vorhinweise aus dem Nichts aufzutauchen. So haben sich in den vergangenen Wochen immer wieder folgenschwere Unfälle ereignet. Mal fuhren Lastwagen auf das Stauende auf, in einem Fall raste der Wagen einer polnischen Familie unter einen haltenden Lkw. Die Beifahrerin verstarb an der Unfallstelle.

Für die Männer und Frauen der Feuerwehren aus Rhoden und Wrexen sind die gehäuften Einsätze auf der Autobahn zu einer echten Belastung geworden. Besonders beim Bergen von Leichen sind Nerven wie Drahtseile gefragt.

Umso größer die Sorge, wenn es heißt, dass die Schäden an der Brücke größer sein sollen als ursprünglich geplant. Was wäre, wenn die Baustelle bis Ende Dezember offen bleibt? Was, wenn gar ein Teilstück abgerissen und neu gebaut werden müsste?

Danach sieht es im Moment nicht aus, beruhigt der zuständige Abteilungsleiter in der Autobahnniederlassung Hamm, Dieter Reppenhorst, auf WLZ-Anfrage: „Wir gehen davon aus, dass Ende Oktober alles erledigt ist.“

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