Ausschuss billigt Verkauf des Schreiberschen Hauses

Eine „traumhafte Konstellation“

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Das Strandbad am Twistesee soll neu gebaut werden.

Bad Arolsen - Manche Diskussion verläuft unverhofft, wie etwa im Ausschuss zum Neubau des Strandbads oder zum Verkauf des Schreiberschen Hauses.

Wegen der Verlegung des Fuß- und Radwegs im Bereich des Strandbads für den Bau eines neuen Gebäudekomplexes muss der Bebauungsplan in dem Abschnitt geändert werden.

Höherer Aufwand

Die mit der Verschwenkung des Wegs verbundene Verlegung der Kanalleitung ließ Carlos Vicente (CDU) im Umwelt-, Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss am Dienstagabend aufhorchen: „Da werden zehn Kanalschächte neu zu bauen seien, sind die Kosten dafür schon veranschlagt worden?“ Das sind sie, wie Heinz Lösekamm, Leiter der Bau- und Liegenschaftsabteilung im Rathaus, bekräftigte. Diese Verlegung sei bereits im Rahmen des Architektenwettbewerbs von den Planern berücksichtigt worden. - Bekanntlich soll in diesem Jahr die konkrete Planung beschlossen und im nächsten Jahr im Rahmen des Stadtumbaus Nordwaldeck realisiert werden. Voraussichtlich werden sich die Arbeiten bis in das übernächste Jahr hinein erstrecken.

Um das Strandbad für behinderte Besucher besser zu erschließen, sollen die Parkplätze für Beschäftigte im gastronomischen Bereich und gehbehinderte Gäste neu angelegt werden. 15 Stellplätze sind geplant, wie Lösekamm berichtete. Im Rahmen des geplanten Sonderbaugebietes sollen ein Spielbereich und die Anlage einer Strandbar ermöglicht werden. Zudem gibt es in südlicher Richtung eine Reserve für weitere Baumaßnahmen. Hier sei aber nichts Konkretes geplant, erklärte Lösekamm.

In der Nähe der DLRG-Wachstation solle das Gehölz ausgelichtet werden, um den Besuchern von der oberen Liegewiese aus einen guten Blick über den See zu ermöglichen.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet - so könnte das Motto der Diskussion über die Übertragung des Schreiberschen Hauses an die Hannelore-und-Heinz-Jürgen-Schäfer-Stiftung lauten. Wie berichtet, hat sich der Magistrat mit den Stiftern darauf geeinigt, das denkmalgeschützte Bauwerk an der Schlossstraße zu einem Kaufpreis von 100000 Euro zu übertragen. Bedingung ist die Aufrechterhaltung des Museumsbetriebs. Die Stadt würde sich dazu verpflichten, jährlich 15000 Euro für die Gebäudebewirtschaftung und -unterhaltung bereitzustellen, Ferner sollen noch 30000 Euro für eine neue Heizung übernommen werden. Der Museumsverein würde verbindlich zusagen, jährlich 17500 Euro über Sponsoren für den Museumsbetrieb bereitzustellen. Dazu soll dann auch ein Freundeskreis gegründet werden. Die Kündigung für die neben dem Kaufvertrag zu schließende Kooperationsvereinbarung wäre möglich, wenn die Zuwendungen entfielen, der Nutzungszweck entfiele oder der Museumsverein die jährliche Summe nicht mehr aufbringen könnte.

„Traumhaft“

Nach Auffassung der Stadtverordneten Jörg Engelhard (Bürgerliste) und Manfred Wicker (FDP) sollte die Vereinbarung mit Rücksicht auf Veränderungen der politischen Konstellationen zeitlich befristet werden. Dieser Einschränkung stimmte die Mehrheit des Ausschusses zu. Einstimmig wurden die übrigen Vereinbarungen empfohlen: „Hier wurde eine elegante Lösung mit viel bürgerschaftlichem Engagement gefunden“, sagte Reiner Freudenstein. Die Stifter setzten ihr Vermögen bereits zur Förderung der Barock-Festspiele ein: „Hier steckt viel Herzblut drin“, ist er überzeugt. Zudem seien die nötigen Sicherungen in den Verträgen vereinbart worden.

Mit dieser „traumhaften Konstellation“ werde das barocke Gebäude mit seiner musealen Nutzung erhalten, schwärmte Uwe Gottmann (CDU). Und die Stadt spare Geld.

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