Felicitas Woll und Andreas Pape am Karfreitag im ARD-Abendprogramm

Eine wahre Geschichte verfilmt

Bad Arolsen. - Drei Jahre nach den Filmaufnahmen kommen die „Die Männer der Emden“ Karfreitag ins Fernsehen. Die ARD zeigt den Kinofilm mit Felicitas Woll und Andreas Pape, zwei Darstellern aus dem Landkreis, in einer Langfassung von 180 Minuten.

Auf den Fotos trägt er einen dichten roten Bart, blickt verwegen und wirkt wie ein Seebär. Ist das nicht der junge Raimund Harmstorf? – Nein, das ist Andreas Pape, der Wasserski-Europameister vom Twistesee. Neben dem Wasserski ist seine zweite große Leidenschaft der Film. Schon vor Jahren hat der Braunser eigene Kinofilme gedreht. Stunts und Actionszenen hat er ebenso schon in Szene gesetzt sowie blutrünstige Horrorgeschichten. Doch längst ist der Nachwuchsfilmer älter und reifer geworden. Er weiß genau, dass der Markt für kleine Produktionen hart umkämpft ist. Deshalb hat er sein Hobby zum Beruf gemacht und arbeitet als Kameramann bei einer freien Filmproduktionsfirma in Kassel. Pape dreht jetzt Nachrichtenbeiträge, die zum Beispiel von RTL und anderen großen Sendern ausgestrahlt werden. Doch mindestens ebenso wohl fühlt sich der 33-Jährige vor der Kamera: Der Degeto-Film „Die Männer der Emden“ beruht auf einer wahren Begebenheit aus dem Ersten Weltkrieg. Der kaiserliche Marinekreuzer Emden, der mehr als 60 feindliche Schiffe gestellt und versenkt hat, wird vor den Coco-Inseln, einem gottverlassenen Atoll im Indischen Ozean, schließlich selber vom australischen Zerstörer Sydney versenkt. Es überlebt nur der Spähtrupp, der auf der Insel die Funkverbindungen zerstören soll. Ohne Schiff und fern der Heimat machen sich die 52 Männer auf den 13  000 Kilometer langen Rückweg nach Berlin. Das ist die Szenerie für ein dramatisches Roadmovie, das eine Flucht und den Kampf ums nackte Überleben um die halbe Welt zeigt. Die Soldaten kapern ein Schiff, sind getrieben in der Wüste Saudi-Arabiens und erreichen schließlich doch die rettende Eisenbahn in die Heimat. Andreas Pape spielt in dem Film einen von drei Heizern, die sich raubeinig überall durchboxen. Einen Monat verbrachte die Filmcrew auf Sri Lanka, drei Wochen in Tunesien, zwei Wochen in Griechenland. Acht verschiedene Kostüme, darunter auch eins in drei verschiedenen Verschmutzungsgraden, hat der Braunser in dieser Zeit getragen: Mal in kaiserlicher Marineuniform, mal als Wüstenfuchs, mal mit Turban und Kamel. Anders als Pape, der nur eine Nebenrolle spielt, gehört Felicitas Woll als Verlobte eines der Offiziere zu den Hauptdarstellerinnen des Kinofilms von Regisseur Berengar Pfahl. Diese Liebesgeschichte ist der zweite Erzählstrang, der am Ende auch ein romantisches Happy End erlebt. Die historischen Männer der Emden schafften es übrigens auch zurück nach Berlin und wurden mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.Die 140 Minuten-Fassung kam Ende Januar 2013 in die deutschen Kinos, lief dort aber nicht sehr lange. Nun zeigt die ARD eine 180-Minuten-Fassung in zwei Teilen am Karfreitag. Beide Teile werden ab 20.15 Uhr nacheinander ausgestrahlt. (Von Elmar Schulten)

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