Bilanz nach zwei Jahren Bad Arolser Diakoniezentrum

Einmaliges soziales Netzwerk

Bad Arolsen - Die Gründung des Bad Arolser Diakoniezentrums in der alten Post hat sich bewährt, wie gestern nach zwei Jahren Zusammenarbeit resümiert wurde.

„Das ist ein absoluter Glücksfall“, stellt Pfarrerin Maren Jahnke für das Diakonische Werk in Waldeck-Frankenberg fest, das zusammen mit dem Bathildisheim und dem Waldeckschen Diakonissenhaus, dem Punkt und dem Verein Bürgerhilfe „Wir für uns“ die verschiedenen Angebote gebündelt hat. Das Spektrum reicht von der Suchtberatung über Fragen zur Pflege, Hilfen für Asylberechtigte und Aussiedler, für Menschen mit seelischen Problemen, körperlichen Behinderungen oder alleinstehende Mütter bis hin Hilfen in Haus und Garten. Die Kooperation zwischen den verschiedenen Einrichtungen hat sich nach Einschätzung der erfahrenen Mitarbeiter so gut weiterentwickelt, dass die Angebote engmaschiger und professioneller geworden sind. In dieser Form sei das „badz“ einmalig in Deutschland. Die Mitarbeiter können, Tür an Tür im barrierefrei angelegten Erdgeschoss der altehrwürdigen Post untergebracht, effektiver Hilfen vermitteln - häufiger nur einen Raum weiter. „Das funktioniert nur so gut, weil alle das so wollen“, erklärten die Mitarbeiter gestern bei einer Zwischenbilanz. Einmal im Monat treffen sich alle haupt- und ehrenamtlich Tätigen zu einem Arbeitsgespräch. Dabei zeigt sich, dass die einzelnen Beratungsstellen, so zentral und offen gelegen, weitaus häufiger aufgesucht werden und Hemmschwellen niedriger geworden sind. Die gute Kooperation und ganzheitliche Betreuung sei gerade bei komplexen Problemlagen von Klienten wichtig. Positiv sei die tägliche und durchgehende Erreichbarkeit des Zentrums. Überlastet ist inzwischen die Flüchtlingsberatung, weil die Zahl der aus Krisengebieten fliehenden Menschen rapide steigt. Immer mehr Menschen geraten zudem in finanzielle Notlagen und können sich nicht einmal die Fahrt zu einem Arzt leisten. Das badz hat sich aber auch als offener Treffpunkt entwickelt, den auch Menschen aufsuchen, die nicht zu den Klienten der Beratungsstellen gehören. Kreative Angebote, Vorträge oder das regelmäßige offene Cafe des Punkt locken auch andere Bürger an: „Das Zentrum ist ein Ort der Begegnung geworden. Hier wird ein Stück Inklusion praktiziert.“ So informieren sich Vereine für die Angebote. Doch Führungen oder Treffen außerhalb der Beratungszeit bringen die Hauptamtlichen an die Grenzen. Daher ist an die Landeskirche ein Antrag gestellt worden, eine halbe Stelle für ein auf drei Jahre befristetes Projekt gestellt worden. Ziel ist es, ergänzend zu dem professionellen Netzwerk eine Kooperation mit ehrenamtlichen Angeboten aufzubauen, wie Pfarrerin Jahnke erklärt.Gesucht sind Menschen mit Ideen, ehrenamtlich engagierte Bürger für eine Unterstützung des badz gewinnen. (ah)

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