Einsatz gibt Orientierung

Bathildisheim lädt Schulabsolventen zu einem Freiwilligem Sozialen Jahr ein

+
Ihr Freiwilliges Soziales Jahr haben Jaqueline Kersten, Sarah Ruge und Nico von der Becke (v.l.) im Bathildisheim in Bad Arolsen absolviert.

Bad Arolsen. Ein Freiwilliges Soziales Jahr hilft nicht nur bei der Berufsorientierung. Auch ihre eigenen Stärken und zum Teil ganz neue Interessengebiete lernen die Freiwilligen kennen.

Plätze gibt es rund ums Jahr. Nahezu vor der eigenen Haustür können sich junge Menschen, etwa Abiturienten, auch kurzfristig für interessante Freiwilligendienste melden. Dafür wirbt die Diakonie Hessen als Träger der evangelischen Freiwilligendienste, die in Bad Arolsen eine langjährige Zusammenarbeit mit dem Bathildisheim verbindet. 

Rund zwanzig Bewerber werden jährlich in die Bereiche Förderschule, Schülerinternat, Werkstätten und Wohnheime an den Standorten Bad Arolsen, Neu-Berich und Volkmarsen vermittelt.

 Unter den Freiwilligen sind Jaqueline Kersten, die ihr soziales Jahr bereits verlängert hat, sowie Sarah Ruge und Nico von der Becke, die nach einem Jahr Bilanz ziehen. 

Alle drei sind in ihre Aufgabenbereiche hineingewachsen, kommen jeden Tag aufs Neue gern ins Bathildisheim und fühlen sich wohl mit den Menschen, für die sie da sind. Nico von der Becke hat sich nach dem Abitur über die evangelischen Freiwilligendienste direkt für den Standort Bathildisheim beworben.

 Er habe den Freiwilligendienst vor allem zur Orientierung angetreten, erzählt der 19-jährige Arolser. An der Karl-Preising-Schule betreut er Schüler, die Unterstützung benötigen, darunter einen Jungen, der nur über einen Sprachcomputer kommunizieren kann. 

Dass er in dem Jahr einen deutlichen Reifeprozess durchgemacht hat, sei ihm selbst aufgefallen, berichtet Nico. Darüber hinaus habe er neue Perspektiven gewonnen, etwa erfahren, dass ein sehr lockerer Umgang mit Menschen mit Behinderungen möglich sei. 

Beruflich möchte Nico etwas im Bereich Informatik, gerne auch am Bathildisheim, machen. Ähnliche Erfahrungen hat die 20-jährige Sarah Ruge gemacht. 

Im Kinder- und Jugendwohnen ist sie einer festen Wohngruppe als Betreuerin zugeteilt, wo sie auch ein Zimmer hat. 

„Ich bin viel offener geworden“, erzählt die Wolfhagerin. Ihren Freiwilligendienst hat sie bereits verlängert, um im Anschluss eine Erzieherausbildung anzutreten. Die Erkenntnis, dass es gar nicht viel braucht, um glücklich zu sein, nimmt die 21-jährige Jaqueline Kersten aus ihrem Freiwilligendienst mit.

 Nach Fachabitur, Dreitagespraktikum und den ersten Monaten in der KPS-Berufsorientierungsstufe sei ihr bewusst geworden, dass dies ihr Berufswunsch sei. Ein Studium im sozialen Bereich will die Korbacherin anhängen.   

(von Sandra Simshäuser)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare