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Großbrand in Bad Arolsen: Erfolg durch schnellen und massiven Einsatz

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Von: Armin Haß

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Rauchschwaden waren von weither zu sehen.
Rauchschwaden waren von weither zu sehen. © Armin Haß

Durch schnellen und massiven Einsatz von rund 100 Feuerwehrleuten konnte der Brand in einer Lagerhalle des Entsorgungsbetriebs Peine im Gewerbegebiet Mengeringhäuser Feld schnell gelöscht und Schaden für die Umwelt verhindert werden.

Bad Arolsen-Mengeringhausen – Gegen 22.50 Uhr waren die Polizei durch einen Lastwagenfahrer und die Feuerwehr durch die Brandmeldeanlage des Entsorgungsbetriebs praktisch gleichzeitig und in einem frühen Stadium alarmiert worden. Der Fahrer war mit einem Tankzug an der firmeneigenen Tankstelle mit der Anlieferung beschäftigt.

Verschiedene Sorten Abfall gelagert

Durch den schnellen Angriff von innen in der von dem Brand betroffenen großen Lagerhalle konnte ein noch größeres Feuer vermieden werden. Dort waren Siedlungs-, Industriemüll und in geringen Mengen Altpapier gelagert, durch Beton- und Metallwände abgetrennt.

Brand in einer Lagerhalle der Abfallbeseitigungsfirma Peine im Mengeringhäuser Feld.
Brand in einer Lagerhalle der Abfallbeseitigungsfirma Peine im Mengeringhäuser Feld. © Armin Haß

Mithilfe von zwei Kameraden der heimischen Feuerwehr, die bei der Firma Peine beschäftigt sind, und unter Atemschutzgeräten konnte schnell der in Containern gelagerte Müll nach draußen und dort der brennende Abfall gelöscht werden. Dadurch war der Angriff erfolgreich. Nur durch dieses schnelle und massive Eingreifen, so Einsatzleiter Artur Berger, konnte Schlimmeres verhindert werden.

Zusätzliche Atemschutzgeräte

Die Korbacher Feuerwehr stellte aus dem Gerätewagen Atemschutz zusätzlich benötigte Ausrüstung bereit. Daneben war ein Fahrzeug des Landkreises mit Messgeräten und die Drehleiter aus Korbach vor Ort, die aber nicht mehr eingesetzt werden musste.

Die Drehleiter vom Stützpunkt Bad Arolsen und die mit einer Wärmebildkamera ausgerüstete Drohne der Feuerwehr Arolsen für den Löscheinsatz zum Kühlen des Daches beziehungsweise zur Kontrolle genutzt werden.

Die  Lagerhalle eines Entsorgungsbetriebs  mit brennendem Müll haben die Feuerwehren in Bad Arolsen schnell geräumt und dadurch ein Ausbreiten des Feuers verhindert. Rechts im Bild ein Teil der Tankstelle, an der ein Lastzugfahrer beim Anliefern das Feuer bemerkte und zeitgleich mit der Brandmeldeanlage der Firma Alarm gab. Foto: Armin Haß
Die Lagerhalle eines Entsorgungsbetriebs mit brennendem Müll haben die Feuerwehren in Bad Arolsen schnell geräumt und dadurch ein Ausbreiten des Feuers verhindert. Rechts im Bild ein Teil der Tankstelle, an der ein Lastzugfahrer beim Anliefern das Feuer bemerkte und zeitgleich mit der Brandmeldeanlage der Firma Alarm gab. Foto: Armin Haß © Armin Haß

Neben der im Gewerbegebiet stationierten Stützpunktwehr Bad Arolsen waren die Wehren aus Mengeringhausen und Helsen und schließlich Kameraden aus Korbach im Einsatz. Stellvertretender Stadtbrandinspektor Artur Berger hatte gleich wegen der starken Rauchentwicklung vorsorglich eine öffentliche Warnung, unter anderem über Kat-Warn, herausgeben und mithilfe des in Korbach aufgestellten Messkomponenten-Fahrzeugs an vier Stellen in Helsen und Bad Arolsen die Luftqualität testen lassen.

Warnung schnell aufgehoben

Bei der Polizeistation in Bad Arolsen waren auch Anrufe wegen der Rauchentwicklung eingegangen. Doch konnte nach dem „Freimessen“ durch die Feuerwehrfachleute schnell Entwarnung gegeben werden, wie Berger im Gespräch mit unserer Zeitung berichtete.

In der Lagerhalle waren vier Trupps unter Atemschutzgeräten im Einsatz, um sie mit Lkw leerzuräumen. Von der Drehleiter aus konnte die Dachhaut gekühlt werden. Auch die Wände hielten der Hitze stand. Ein Übergreifen des Feuers auf die Papierpresse drinnen wurde verhindert.

Feuerwehrleute in Klinik

Bei dem Einsatz erlitt ein Kamerad aus Korbach Schnittverletzungen an der Hand, ein Feuerwehrmann und Atemschutzträger aus Arolsen klagte über Kreislaufprobleme. Beide wurden mit Rettungswagen zur Kontrolle ins Krankenhaus gebracht.

Auch der Lkw-Fahrer klagte später über Unwohlsein. Die Feuerwehr hatte ihm während der Löscharbeiten das Verlassen des Betriebshofes mit dem Lastzug ermöglicht, so bekam sie mehr Platz für ihren Einsatz. Der Mann meldete sich später während der Fahrt aus der Nähe von Rhoden bei der Polizei und klagte über gesundheitliche Probleme durch Einatmen des Rauches , wie Berger berichtet.

Kriminalpolizei ermittelt

Über die Höhe des Schadens lasse sich derzeit nichts sagen. Die Halle sei nicht einsturzgefährdet, sagte der stellvertretende Stadtbrandinspektor. Jedoch müsse die Statik der Metall- und Betonelemente der Hallenkonstruktion von Fachleuten geprüft werden. Die Halle sei leer geräumt, der Müll draußen gelöscht worden.

Vor Ort verschafften sich Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick und Bürgermeister Marko Lambion ein Bild von dem Einsatzverlauf. Gegen 4.20 Uhr konnten die Feuerwehren alle abrücken.

Die Ermittlungen zur Brandursache werden durch die Kriminalpolizei Korbach geführt.  (Armin Haß )

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