Gedenkfeier auf dem jüdischen Friedhof

Erinnerung an düsteres Kapitel der Geschichte in Bad Arolsen 

Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Pogromnacht, die in Arolsen am 8. November 1938 stattfand. CRS-Schüler gestalteten die Feier mit. Foto: Armin Haß

Bad Arolsen – Der Pogromnacht vor 81 Jahren wurde am Freitagnachmittag bei einer von Schülern der Christian-Rauch-Schule mitgestalteten Gedenkfeier der Stadt Bad Arolsen auf dem jüdischen Friedhof gedacht.

 In Arolsen wie in anderen Orten Nordhessens begann die gewaltsame Auftakt der systematischen Verfolgung und Ermordung der Juden bereits am 8. November. 

 „Die meisten Bürger schwiegen und schauten weg“, beschrieb Erster Stadtrat Helmut Hausmann die Reaktionen der Bürger auf die Zerstörungen in der Stadt. Mit Trauer und Scham blicke er er auf eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte, die in die Shoa mündete.

Gedenken an Pogromnacht in Arolsen. Foto: Armin Haß

Die Deutschen hätten eine Verantwortung für das Gedenken, und jeder aufrechte Demokrat habe die Pflicht, für Toleranz und Respekt, für die Grundrechte einzutreten. Angesichts des Vormarsches des von Rechtspopulisten und -extremisten gelte es, die Demokratie zu stärken.

Angesichts des antisemitischen Attentates in Halle betonten CRS-Schüler, dass jeder für eine wehrhafte Demokratie eintreten müsse.

Gedenken an Pogromnacht in Arolsen. Foto: Armin Haß

Sie erinnerten an die erste antisemitischen Anfeindungen am früheren Realgymnasium in den 20-er Jahren und den Herauswurf jüdischer Schüler in der Nazizeit. Dabei zitierten sie auch einen WLZ-Bericht, in dem das Miteinander mit „Fremdrassigen, insbesondere Juden“ an der Schule als unmöglich bezeichnet wurde.

Im Rahmen der Gedenkveranstaltung legten Hausmann und Stadtverordnetenvorsteher Marko Lambion einen Kranz nieder und wurde mit den letzten Zeilen des Kaddisch für den Frieden gebetet.

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