Neue Wanderausstellung weist auf Habseligkeiten von Häftlingen hin

Arolsen Archives will Effekten von KZ-Häftlingen an deren Familien zurückgeben

Ein blauer, geöffneter Übersee-Container trägt die Ausstellung Stolen Memeory von Arolsen Archives in viele deutsche Kleinstädte.
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Premiere für die Wanderausstellung Stolen Memory von Arolsen Archives auf dem Bad Arolser Kirchplatz: von links der stellvertretende Direktor von Arolsen Archives, Steffen Baumheier, von der Stadt Bad Arolsen Wilhelm Müller und Bürgermeister Jürgen van der Horst sowie ganz rechts Ausstellungsmacherin Anke Münster.

Das neue Ausstellungsprojekt Stolen Memory - gestohlene Erinnerung - mit dem Arolsen Archives auf die von ihnen verwahrten rund 2700 verbliebenen Effekten von KZ-Häftlingen aufmerksam machen möchte, ist zehn Tage lang auf dem Arolser Kirchplatz zu besichtigen.

Bad Arolsen - In den kommenden Monaten sollen neun weitere Kleinstädte bereist werden, um auf die persönlichen Dinge hinzuweisen, die die Nationalsozialisten den neu ankommenden Häftlingen in den Konzentrationslagern abgenommen haben.

Es handelt sich dabei um Uhren, Schreibutensilien, Fotos und Briefe. Seit 2015 bemüht sich die internationale Institution systematisch, die Erben der ermordeten Nazi-Opfer ausfinden zu machen, um den Familien diese sehr privaten Erinnerungsstücke zurückzugeben.

Pfiffiges Ausstellungskonzept

Sie habe schon sehr emotionale Momente erlebt, wenn Abschiedsbriefe aus der Vergangenheit endlich ihre Adressaten erreicht hätten, erzählt Ausstellungsmacherin Anke Münster.

Arolsen Archives ist sehr zufrieden mit der Umsetzung der Ausstellungsidee durch einen Berliner Architekten, die Grafikdesignerin Yvonne Lason und die Berliner Container-Manufaktur. Die Ausstellung besteht nämlich aus nur einem einzigen Übersee-Container, dessen Längsseiten aufklappbar sind. So lässt sich die Ausstellung unkomplizierten auf jedem Marktplatz aufstellen.

Stolen Memory - gestohlene Erinnerung - heißt ein Ausstellungsprojekt, das Arolsen Archives in den kommenden zehn Tagen auf dem Kirchplatz präsentiert. Das

Bürgermeister Jürgen van der Horst würdigte die Ausstellungsidee und den pädagogischen Ansatz. Die Gesellschaft sei gefordert, sich auf vielfältige Weise mit dem Thema „Gefahr von rechts“ auseinanderzusetzen. Dabei seien Fakten aus der deutschen Geschichte sicher sehr hilfreich.

Das Dokumentationszentrum Arolsen Archives beschreibt das Projekt sehr ausführlich auf seiner Homepage. (Elmar Schulten)

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