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Eröffnungsfestakt im Arolser Schloss: Endlich wieder Festspiele

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Von: Elmar Schulten

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Eröffnung der Barockfestspiele im Steinernen Saal des Residenzschlosses mit vielen Ehrengästen aus Politik und Wirtschaft. Vorne rechts: Prinzessin Ingrid zu Waldeck.
Eröffnung der Barockfestspiele im Steinernen Saal des Residenzschlosses mit vielen Ehrengästen aus Politik und Wirtschaft. Vorne rechts: Prinzessin Ingrid zu Waldeck. © Elmar Schulten

„Ist es nicht ein gutes Gefühl, dass wir endlich wieder Barockfestspiele in unserer Stadt feiern können?“ - Mit diesen Worten begrüßte Bürgermeister Marko Lambion die rund 200 Gäste bei der Eröffnungsfeier der Festspiele im Steinernen Saal des Residenzschlosses.

Bad Arolsen - Zum 14. Mal habe Professor Dorothee Oberlinger die künstlerische Leitung und wieder habe sie mit dem Festspielmotto „Arkadien“, dem Ort der vollkommen Glückseligkeit, ein Thema gefunden, das den Menschen nach zwei Jahren Pandemiebeschränkung so richtig aus dem Herzen spreche.

Musiker in preußischen Uniformen marschieren auf den Arolser Schlosshof.
Die Gardegrenadiere aus Altenbeken bei der Eröffnung der Barockfestspiele auf dem Hof des Residenzschlosses. © Elmar Schulten

Kurz zuvor hatten die Gardegrenadiere aus Altenbeken und die Bläser des Parforcehorncorps aus Vöhl ein Platzkonzert auf dem Schlosshof gegeben, das von rund 200 Schaulustigen bei bestem Wetter sichtlich genossen wurde.

Vorgeschmack auf die Matinee der Jüngsten

Der Eröffnungsfestakt im Steinernen Saal wurde von dem Quartett Alfia Bakieva und ihren Freunden gestaltet, die auch bei der Matinee Junger Künstler am Donnerstagmorgen im Rauch-Museum ein großes Publikum begeisterten.

Ehrengäste bei der Eröffnung der Barockfestspiele 2022 auf dem Hof des Residenzschlosses.
Eröffnung der Barockfestspiele auf dem Hof des Residenzschlosses. © Elmar Schulten

Am Mittwochabend nutzten Bürgermeister Marko Lambion und Festspielleiterin Dorothee Oberlinger die Gelegenheit, Wilhelm Müller auszuzeichnen, der seit 25 Jahren im Auftrag des Magistrats die Festspiele organisiert und für einen reibungslosen Ablauf sorgt.

Auszeichnung für Wilhelm Müller

Dass Müller Ende des Jahres altersbedingt in den Ruhestand verabschiedet wird, war auch für Prinzessin Ingrid zu Waldeck und Pyrmont neu, die die Nachricht mit einem überraschten „Nein“ kommentierte.

Ehrung mit Urkunde: Wilhelm Müller erhält eine Urkunde von Dorothee Oberlinger und Bürgermeister Maarko Lambion.
Auszeichnung für Wilhelm Müller (links), der die Festspiele schon seit 25 Jahren organisiert und für einen reibungslosen Ablauf sorgt. Dafür danken Intendantin Dorothee Oberlinger und Bürgermeister Marko Lambion (rechts) © Elmar Schulten

In ihrer Funktion als Schirmherrin stellte daher die hessische Digitalministerin Dr. Kristina Sinemus scherzend fest: „Weder die hessische Landesregierung noch das Waldeckische Fürstenhaus haben der Verabschiedung von Wilhelm Müller zugestimmt.“

Digitaltechnik verbindet Tradition und Modern

Auch die Ministerin ging auf die Folgen der Pandemie ein, als sie daran erinnerte, dass sie vor drei Jahren um die Übernahme der Schirmherrschaft gebeten worden sei. Nun sei dies endlich wieder möglich.

Die Pandemie habe auch gezeigt, wie wichtig eine moderne Infrastruktur sei. Nur so sei es möglich, auch im ländlichen Raum Innovationen voranzutreiben. Digitaltechnik ermögliche die Verbindung von Tradition und Moderne. Künftig sei es möglich, auch aus dem ländlichen Waldecker Land heraus mit aller Welt zu kommunizieren.

Förderung für Haina und Hatzfeld

Damit diese Entwicklung vorankomme, habe die hessische Landesregierung ein Programm mit 50 Millionen Euro aufgelegt. Aus diesem Programm würden als nächstes Haina und Hatzfeld mit zusätzlichen Mobilfunkmasten ausgestattet.

Eine entsprechende Absichtserklärung (Letter of Intent, LoI) übergab die Ministerin an Landrat Jürgen van der Horst.

Arolser spielt in der Champions League der Kunst

In seinem Grußwort stellte der Landrat fest, dass Bad Arolsen mit seinen Barockfestspielen in der Champions League der Kultur in Deutschland und darüber hinaus mitspiele und einen wertvollen Beitrag zum Image des Landkreises leiste. Ausdrücklich dankte van der Horst den vielen Sponsoren, die über die Jahre hinweg ermöglichten, dass die Eintrittspreise zu den Konzerten für die Besucher bezahlbar blieben.

In ihrer Funktion als künstlerische Leiterin der Festspiele gab Professor Dorothee Oberlinger einen Abriss über das Festspielprogramm. Arkadien, das das Festspielmotto inspiriert habe, sei tatsächlich ein Gebirgszug auf dem Peloponnes. Es sei also keine Utopie, aber in der griechischen Mythologie ein unerreichbarer Ort, ein verlorenes Paradies.

Ehrengäste bei der Eröffnung der Barockfestspiele 2022 auf dem Hof des Residenzschlosses.
Eröffnung der Barockfestspiele auf dem Hof des Residenzschlosses. © Elmar Schulten

Im Zeitalter des Barock habe man sich diesen Ort herbeigesehnt, weil man von so vielen Zwängen umgeben gewesen sei. Die scheinbare Leichtigkeit der Komposition täusche freilich. Es handele sich durchaus um sehr fein gesetzte Kunstmusik, die Händel, Telemann und ihre Zeitgenossen zum Thema Arkadien geschaffen hätten. (Elmar Schulten)

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