Schätzung des Brandermittlers der Kripo Korbach

Erste Bilanz nach Großbrand in Mengeringhäuser Sägewerk: Drei Millionen Euro Schaden

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Großbrand eines Sägewerks im Mengeringhäuser Gewerbegebiet Söllinge. Im Einsatz sind viele Feuerwehren aus der Region, unter anderem die Drehleitern aus Korbach, Wolfhagen und Bad Arolsen, außerdem ein Tanker aus Rhoden. Per Sirenenalarm wurden die Feuerwehren in Bad Arolsen und Helsen alarmiert. Zuerst vor Ort war die Feuerwehr aus Mengeringhausen.

Bad Arolsen-Mengeringhausen. Am Morgen nach dem Großeinsatz im Gewerbegebiet Söllinge können die rund 130 Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie die 15 Helfer der DRK-Bereitschaften und weiter Mitarbeiter des Rettungsdienstes erst einmal durchatmen.

Ein Brandermittler der Kriminalpolizei schätzt den entstandenen Schaden auf dem weitläufigen Sägewerksgelände auf rund drei Millionen Euro. 

Dass nicht noch mehr passiert ist, liegt vor allem am massiven Einsatz der Feuerwehren aus Nordwaldeck und dem benachbarten Wolfhagen. Mit drei Drehleitern waren die Feuerwehren in den frühen Morgenstunden im Einsatz, um ein Übergreifen der Flammen auf die benachbarten Firmengrundstücke mit ihren Werkzeughallen sowie auf ein Wohngebäude auf dem Gelände des Sägewerks zu verhindern.

Ursprünglich war ein Scheunenbrand gemeldet worden, doch schon gleich beim Eintreffen der ersten Löschkräfte ließ Stadtbrandinspektor Karl-Heinz Meyer weitere Hilfskräfte nachalarmieren. 

So rückten nach den Feuerwehren aus Mengeringhausen, Bad Arolsen und Helsen auch Massenhausen, Schmillinghausen, Wetterburg, Neu-Berich, Landau und Braunsen aus. Aus Rhoden kam ein Tankfahrzeug, um den ersten großen Wasserbedarf zu decken, denn es dauerte eine Weile bis die kilometerlangen Schlauchleitungen bis zum Hydranten auf dem Hewi-Werksgelände verlegt und mit Tragkraftspritzen verstärkt waren.

Feuerwehren kommen auch aus Korbach und Wolfhagen

Aus Wolfhagen rückten die Drehleiter, ein Löschgruppenfahrzeug und ein Einsatzleitwagen an, Aus Korbach kamen ebenfalls eine Drehleiter, ein Schlauchwagen und ein Löschgruppenfahrzeug, außerdem merhere Atemschutzgeräteträger und der große Einsatzleitwagen ELW 2.

Die DRK-Bereitschaften aus Ehringen, Diemelstadt und Korbach rückten an, um  die Versorgung der Einsatzkräfte mit heißen Getränken und Frühstück zu organisieren. Nach Abrücken des hauptamtlichen Rettungsdienstes mit Notartzeinsatzagen und Rettungswagen  übernahmen die Ehrenamtlichen die Absicherung. Zum Glück verlief der Einsatz aber ohne Verletzte, so dass der Rettungsdienst nicht eingreifen musste.

Mehrere Gasflaschen auf dem Nachbargrundstück

Das hätte leicht anders ausgehen können, denn im Gefahrenbereich der Fahrzeughallen auf dem Nachbargrundstück befanden sich mehrere Gasflaschen, die allerdings ohne Probleme weggetragen werden konnten.

Im ersten WLZ-Bericht hatte es geheißen, dass Gasflaschen auf dem Sägewerksgelände explodiert seien. Diese Einschätzung hat sich inzwischen als Irrtum erwiesen. Die lauten Explosionen wurden von brennenden Reifen ausgelöst, versichert Stadtbrandinspektor Karl-Heinz Meyer. Explodierende Gasflaschen hätten eine deutlich durchschlagendere Wirkung.

Am Morgen nach dem Einsatz zeigte sich Meyer sehr zufrieden mit dem Verlauf des Einsatzes. Alle hätten ihr Bestes gegeben und ein Übergreifen der Flammen auf das Wohngebäude, angrenzende Hallen und die teuren Fahrzeuge in den Werkstatthallen verhindert. 

Am Samstagmorgen gegen 8 Uhr habe man eine Warnung über das Katastrophenschutzsystem KatWarn ausgegeben, weil sich zu diesem Zeitpunkt abzeichnete, dass die Rauchschwaden relativ dicht über dem Erdboden in Richtung Bad Arolsen zogen. Deshalb sei der Hinweis an die Bevölkerung richtig gewesen, die Fenster geschlossen zu halten.

Bundesstraße B 252 während des Einsatzes gesperrt

Für die Dauer des Einsatz von etwa 2 Uhr nachts bis 11.30 war die Bundesstraße B252 im Bereich Mengeringhausen für den Verkehr gesperrt. 

Gegen 11 Uhr meldete  der Wassermeister der Stadt Bad Arolsen, dass die Wasservorräte im Hochbehälter Matzenhöhe an ihre Grenzen kämen. Beim Einsetzen der häuslichen Verbräuche und  bei gleichzeitiger großer Wasserentnahme durch die Feuerwehr drohte der Wasserdruck abzusinken. Zu diesem Zeitpunkt aber konnte auch die Feuerwehr ihre Wasserabnahme zurückfahren. Das Feuer war gelöscht. Es gab nur noch Nachlöscharbeiten. 

Bildergalerie vom Großbrand in einem Sägewerk in Mengeringhausen

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