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Essex-Furukawa investiert Millionen in Bad Arolsen

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Von: Elmar Schulten

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Ein Schwerlastkran hievt mehrere alte Vertikalöfen aus dem Fabrikgebäude der Firma Essex-Furukawa in Bad Arolsen. Die Gasöfen aus den 80er Jahren sollen durch eine neue, hochmoderne Produktionslinie ersetzt werden, die vollelektrisch heizt.
Ein Schwerlastkran hievt mehrere alte Vertikalöfen aus dem Fabrikgebäude der Firma Essex-Furukawa in Bad Arolsen. Die Gasöfen aus den 80er Jahren sollen durch eine neue, hochmoderne Produktionslinie ersetzt werden, die vollelektrisch heizt. © Joachim Spichal

In den Produktionshallen der Firma Essex-Furukawa hat das große Auf- und Umräumen begonnen: Ein 250-Tonnen-Kran hat am Dienstag mehrere tonnenschwere Lackieröfen aus den Dächern gezogen.

Bad Arolsen – Damit soll Platz gemacht werden für neue, energiesparendere Öfen, mit denen mehrere hochmoderne Produktionslinien für die E-Mobilität aufgebaut werden können.

Essex-Furukawa-Geschäftsführer Klaus Borstner hatte schon im November Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe angekündigt, mit denen sich das Unternehmen als Partner für die Automobilindustrie empfehlen wolle.

Lösung für Elektromotoren

Die politischen Weichenstellungen laufen alle auf einen Abschied von Verbrennungsmotoren hinaus. Im gleichen Zuge sollen mehr Elektrofahrzeuge auf die Straßen kommen. Dazu sind Kupferdrähte mit ganz besonderen Eigenschaften gefragt: Sie müssen sich auf engstem Raum im Elektromotor optimal biegen lassen. Dabei darf die Isolierung nicht reißen.

In einem Joint Venture haben die amerikanisch-koreanisch Essex-Superior und die japanische Furukawa die richtige Lösung für diese technische Herausforderung gefunden. Seit 2017 laufen in Arolsen schon die ersten lackisolierten und mit Kunststoff ummantelten Kupferdrähte in Arolsen aus dem Werk.

Neue Generation von Lackieröfen

Ihr Erfolg ist so groß, dass gleich mehrere führende Autohersteller größere Aufträge bei Essex-Furukawa platziert haben. Daher die jetzt anstehende Großinvestition, die den Standort Bad Arolsen auf Jahrzehnte sichern soll.

Damit die neuen Produktionslinien genügend Platz haben, werden nun die alten Vertikalöfen aus den 1980er Jahren deinstalliert und zum Metall-Recycling abtransportiert. Als diese Öfen aufgestellt wurden, galten sie als die modernsten. In Helsen kamen sie gleichzeitig mit der neuen Filtertechnik, die den bis dahin üblichen, süßlichen Lackduft wie aus dem Röhrenradion beendete.

Energie kostensparend einsetzen

Die jetzt georderten, neuen Öfen arbeiten noch effizienter und heizen rein elektrisch, wie der Unternehmens-Verantwortliche für Energietechnik, Joachim Spichal, vorschwärmt. Der Volkmarser bemüht sich schon seit vielen Jahren darum, dass Energie im Werk möglichst effektiv und kostensparend eingesetzt wird.

„Die aktuelle Preisentwicklung auf dem Energiemarkt tut natürlich auch Essex weh“, sagt Spichal. Einige der jetzt ausgebauten Vertikalöfen arbeiteten noch mit Erdgas. Die neuen sollen komplett mit elektrischer Energie beheizt werden.

Modernes Energie-Management

Weil Spitzen im Verbrauch zusätzliche Kosten erzeugen, hat er schon vor Jahren eine Regelungstechnik installiert, die die Verbräuche aller Motoren und Heizungen im Werk in Echtzeit misst und entscheidet, welche Geräte kurzfristig aus und wieder eingeschaltet werden sollen.

Eine unabhängige Stromversorgung auf Batteriebasis kann bis zu 15 Minuten überbrücken und dient als Puffer bei der kurzzeitigen Unterbrechung in der Stromversorgung.

Essex-Furukawa setzt auf Green Energy

„Wir haben ständig eine Leistungsaufnahme von 5400 Kilowatt. Das muss organisiert werden“, sagt Spichal und verwiest auf das Ziel von Essex-Furukawa, bis 2030 vollständig auf Green-Energy umzustellen. Photovoltaikanlagen auf dem Gelände sollen künftig als äußeres Zeichen dafür gelten. Außerdem sind Investitionen in Windkraft und andere grüne Energietechniken geplant.

Bis dahin aber muss mit dem vorhandenen Energie-Angebot möglichst effektiv gewirtschaftet werden, schon allein aus Kostengründen. Auch das ist Teil der angestrebten Energiewende in Deutschland. (Elmar Schulten)

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