agri.capital kauft Biogasanlage neben dem Volkmarser Logistikzentrum

Europas größter Biogaserzeuger

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Hermann Rothenaicher (r.) und Wilhelm Stockel (l.) von der Firma agri.capital als Vertreter des neuen Eigentümers der Biogasanlage am Logistikzentrum Volkmarsen.

Volkmarsen - Biogas, die Technologie, die vor zehn Jahren von vielen noch ungläubig betrachtet wurde, ist heute tragende Säule der Energiewende - und ein Geschäftsfeld, das sogar von amerikanischen Pensionsfonds als sichere Anlageform eingestuft wird.

Eine der ersten Biogasanlagen, die vor acht Jahren in Nordwaldeck ans Netz ging, war die einer GmbH um den damaligen Volkmarser Bauamtsleiter Johannes Müller.

In diesen Tagen hat diese GmbH ihre Anlage samt Mais-Lieferverträgen an die agri.capital-Gruppe verkauft.

agri.capital wurde im April 2011 von dem Großinvestor Alinda übernommen. Dahinter steht ein amerikanischer Pensionfonds, wie agri.capital-Bereichsleiter Wilhelm Stockel verrät. Und er beeilt sich hinzuzufügen: „Wir sind keine Heuschrecken. Wir wollen nicht kaufen und verkaufen, sondern langfristig betreiben.“

agri.capital habe seit der Übernahme seine Kapazitäten am Stromnetz von 32 Megawatt auf 95 Megawatt gesteigert. 16 weitere Anlagen seien im Bau. Bis 2015 werden 250 Megawatt am Netz angestrebt.

Bereits heute sei agri.capital Europas größter Betreiber von Biogasanlagen.

In Biogasanlagen wie der in Volkmarsen wird durch Vergärung von Mais und Gülle Gas erzeugt, das im Blockheizkraftwerk herkömmliche Verbrennungsmotoren antreibt. Damit werden Stromerzeuger betrieben und Restwärme erzeugt. Die Abwärme in Volkmarsen wird künftig zur Beheizung der benachbarten Logistikhalle verwendet.

Durch sogenanntes Repowering soll hier eine Steigerung der Energieausbeute von derzeit 500 Kilowatt auf demnächst 800 Kilowatt erreicht werden.

Derzeit werden in Volkmarsen pro Jahr 13000 Tonnen nachwachsende Rohstoffe von 27 ortsansässigen Landwirten angebaut und geliefert. Mit dieser Art der Energieerzeugung werden pro Jahr rund 7000 Tonnen des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlendioxid vermieden.

Aber Stromerzeugung und Wärmelieferung ist nur ein Standbein von agri.capital. 2006 wurde die erste Aufbereitungsanlage von Biogas gestartet. Hier wird das Rohbiogas, das nur zu 54 Prozent aus Methan besteht, von seinen Restbestandteilen, überwiegend Kohlendioxid, getrennt. Am Ende steht ein Bio-Methan, das ohne Probleme ins bestehende Erdgasnetz eingespeist werden kann.

agri.capital will also weiter wachsen und zwar durch Zukäufe und den Bau eigener Anlagen. Man setzt auf die Kompetenz vor Ort, investiert aber auch eigenes Know-how zur Optimierung der Gaserzeugung.

Ein konzerneigenes Biologenteam sorgt für optimale Bakterienkulturen, ein eigener Reparaturservice sorgt für kurze Standzeiten bei Maschinenstörungen.

Internet: agri-capital.de

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