Hohes Potenzial bei  Kuren

Fachkräftemangel Thema  beim Bädertag in Bad Arolsen 

Der 115. Deutsche Bädertag brachte rund 100 Fachleute aus dem Bundesgebiet nach Bad Arolsen. Von links: Fritz Link, Vizepräsident des Deutschen Heilbäderverbandes (DHV), Natascha Rath (Kurverwaltung Bad Zwesten), Wilhelm Müller (Touristik-Service Bad Arolsen), Michael Köhler (Präsident Hessischer Heilbäderverband), die DHV-Präsidentin Brigitte Goertz-Meissner, Almut Boller (Geschäftsführerin Hessischer Heilbäderverband) und Bürgermeister Jürgen van der Horst. Foto: Armin Haß

Bad Arolsen – Für Maßnahmen zur Gewinnung von zusätzlichen Fachkräften und verstärktes Marketing für natürliche Heilmittel und Kuren machte sich der 115. Bädertag bei der Tagung in Bad Arolsen stark.

Rund 100 Verbandsvertreter, Bürgermeister, Kurdirektoren, Klinikchefs, Fachmediziner von Reha-Kliniken und Badeärzte kamen zu der Veranstaltung zusammen.

Halbe Million Arbeitsplätze

Der Deutsche Heilbäderverband (DHV) repräsentiert 350 staatlich anerkannte Heilbäder und Kurorte, die vor allem in ländlichen Regionen liegen, 510 000 Arbeitsplätze bieten und zusammen einen Umsatz von 25 Milliarden Euro erzielen, wie Verbandspräsidentin Brigitte Goertz-Meissner gestern erklärte.

Die Heilbäder und Kurorte verständen sich aufgrund der hohen Ansprüche an die Qualität als Gesundheitskompetenzzentren. Die Themen Nachhaltigkeit, Ökologie und Umwelt würden seit über 120 Jahren in diesen Regionen betont. Von den Angeboten profitierten neben den Gästen die Einheimischen, sagte die Verbandspräsidentin.

Kuren im Vordergrund

Als stark und zukunftsorientiert präsentiere sich der Hessische Heilbäderverband, der die Kuranwendungen stärker und erfolgreich in den Vordergrund rücke.

Positiv sei der Trend zu natürlichen Heilmitteln, deren Anwendung die Basis der Heilbäder und Kurorte seien.

Werben um Fachkräfte

Der Bädertag hat ein Maßnahmenpaket verabschiedet, um mehr Fachkräfte für Heilanwendungen zu gewinnen. Dazu gehören neben der höheren Wertschätzung einer bessere Bezahlung von Pflegekräften und Physiotherapeuten. Goertz-Meissner bedauerte, dass die Ausbildung für diese Therapeuten nicht kostenlos sei.

Der Umgang mit Mitarbeitern und die Bindung an den Betrieb ist nach ihren Worten besonders wichtig bei ausländischen Fachkräften, denn sie verließen ihre Familien und kämen aus einem anderen kulturellen Umfeld. Darauf müssten sie vorbereitet werden.

Markt der Arbeitnehmer

Der Arbeitgebermarkt entwickelt sich in diesem Bereich zu einem Arbeitnehmermarkt, sagte die Präsidentin. Bei der Gewinnung von Fachkräften sei die Politik gefragt, die bessere Rahmenbedingungen schaffen müsse.. Eine stärkere Förderung des Marketing wünsch sich der hessische Verbandspräsident Michael Köhler.

Großes Potenzial für die 350 deutschen Heilbäder und Kurorte, darunter 30 in Hessen, bieten die so genannten ambulanten Vorsorgemaßnahmen - früher auch Kuren genannt. Die Budgets der Krankenkassen seien noch nicht ausgeschöpft. Ärzte verschrieben weniger, Patienten seien über die Ansprüche nicht informiert, sagte die Präsidentin des Deutschen Heilbäderverbandes, Brigitte Goertz-Meissner, in Bad Arolsen. 

Sparen durch Vorsorge

Vorsorgeangebote würden viele Selbstzahler nutzen, einkommensschwache und bildungsferne Bürger eher nicht. Hier müsse Aufklärung geleistet werden. Jeder Euro für eine Kur helfe, die erheblichen Folgekosten für die Behandlung von chronischen Erkrankungen oder Zivilisationskrankheiten zu sparen. 

Der hessische Verbandspräsident Michael Köhler schätzt angesichts der Diskussion über den Klimawandel, dass Deutschland als Urlaubs- und Gesundheitsziel bevorzugt werde. 

Wichtiger "Bäderpfennig"

„Heilbäder und Kurorte brauchen starke Verbandsvertreter“, sagte Bürgermeister Jürgen van der Horst. In Bad Arolsen sei durch die Reha-Angebote etwa der Schön-Klinik das Zentrum lebendig. Angebote wie das Arobella oder der Twistesee kämen auch den Bürgern zugute. Der „Bäderpfennig“ des Landes sei wichtig: Reha-Kliniken zahlten naturgemäß weniger Gewerbesteuern als Unternehmen, die dort nicht angesiedelt werden dürften.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare