Eine-Welt-Gruppe macht auf faire Kauf-Alternativen aufmerksam

Fair-Trade-City Bad Arolsen macht mit: Fußbälle fair produziert und fair gehandelt

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Machen auf fair gehandelte Bälle aufmerksam: Beatrix Broeker, Wilhelm Müller vom Touristik-Service, Dr. Harald Ise von der Eine-Welt-Gruppe, Robert Weber, Barbara Linder und Tobias Rückschloss (von links). 

Fair produzierte Fußbälle in heimischen Schulen und Vereinen zu etablieren, das hat sich die Steuergruppe der Fairtrade-Stadt Bad Arolsen zum Ziel gesetzt.

Bad Arolsen. Gemeinsam mit der Eine-Welt-Gruppe hatten die engagierten Arolser zum Vortrag mit dem Unternehmer Robert Weber im Bürgerhaus eingeladen. Vor rund 40 Interessierten sprach der Gründer der Firma Bad Boyz aus Nürnberg über die Herstellung fair gehandelter Fußbälle in Pakistan.

Dort werden nicht nur zahlreiche Textilien, meist zu Niedrigstlöhnen, produziert. Aus der pakistanischen Stadt Sialkot stammen auch etwa siebzig Prozent der weltweit vertriebenen Fußbälle. Von 700 Herstellern, berichtete Weber, seien grade mal sechs Produktionsstätten Fairtrade -zertifiziert.

Auch der Unternehmer, der dort produzieren lässt, muss das Fairtrade-Zertifikat vorweisen. Der Verbraucher zahle am Ende einen vergleichbaren Preis wie für die Bälle der großen Hersteller.

Mindestlohn und Sozialleistungen

„Ein fairer Ball ist nicht aus Jute und Bananenblättern gemacht, sondern genauso wie die Markenbälle, nur unter fairen Produktionsbedingungen“, räumte Weber, der in früheren Jahren schon Boxhandschuhe für Henry Maske hergestellt hatte, mit Vorurteilen auf. Die vergleichbaren Preise resultierten aus einer anderen Kalkulation.

Fairtrade-Ball mit dem Bad Arolser Stadtwappen.

Millionenschwere Investitionen von Lieferanten, um die eigenen Fußbälle etwa bei großen Turnieren bewerben zu dürfen, seien bei fair gehandelten Bällen nicht drin. Im Gegenzug liege der Fokus auf guten Arbeitsbedingungen, einer existenzsichernden Bezahlung der Mitarbeiter deutlich über dem Mindestlohn und weiteren Sozialleistungen.

„Unseren Mitarbeitern geht es wirklich sehr gut. Weltweit gibt es aber noch viel zu tun. Nachhaltigkeit und der Fair-Gedanke sind noch nicht in den Köpfen angekommen“, räumte der Unternehmer ein.

30 Bälle mit Bad Arolser Stadtwappen geordert

So liege der Weltmarkt-Anteil von fair gehandelten Bällen bei grade mal 0,01 Prozent. In China beispielsweise, wo ebenfalls Millionen von Bällen hergestellt werden, würden Produzenten keine Auskunft über die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeiter geben. „Da gibt es noch keinen Hersteller, der so transparent wäre, dass er die Fairtrade-Voraussetzungen erfüllen würde.“ Fairtrade sei zudem ein reines Sozialsiegel und sage erst mal nichts über die Schadstofffreiheit der verwendeten Materialien aus.

Mit Qualität und Kreativität, etwa der Möglichkeit für Vereine, ihren eigenen Ball zu designen, versuchen zertifizierte Firmen wie Bad Boyz, sich neben den bekannten Markenherstellern zu behaupten. Auf Anregung der Steuergruppe hat auch die Fairtrade-Stadt Bad Arolsen dreißig Bälle mit dem Stadtwappen geordert. Diese sollen nun zu besonderen Gelegenheiten überreicht werden. Über die ersten Exemplare freuten sich Zuhörer, die bei Quizfragen zum Vortrag die Nase vorn hatten. (Von Sandra Simshäuser)

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