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Familie Nolting gewährt vor Auftritten in Waldeck-Frankenberg Blick hinter die Kulissen der Puppenbühne

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Von: Julia Janzen

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Die Köpfe der Figuren werden von Hand bemalt von Andreas Nolting.
Die Köpfe der Figuren werden von Hand bemalt von Andreas Nolting. © pr

Mit ihrem Puppentheater besucht Familie Nolting Waldeck-Frankenberg. Der WLZ-Kinderseite gewährten sie einen Blick hinter die Kulissen. 

Waldeck-Frankenberg – Die Noltings haben ein Familienunternehmen der besonderen Art: Sie sind Puppenspieler. Als Staufenberger Puppentheater haben sie bis zu 150 Auftritte im Jahr, zeigen Klassiker wie „Die kleine Hexe“, aber auch eigene Stücke. Nächste Woche sind sie in Frankenberg und Bad Arolsen zu erleben.

Fast 70 Zentimeter groß sind die Figuren, mit denen die Familie Theaterstücke zum Leben erweckt. Gefertigt sind die Figuren entweder aus Papp- oder Holzmaché von Noltings selbst oder sie wurden, als handgeschnitzte Exemplare aus Holz, dazugekauft. Die Kleidung der Figuren, die Bühnenbilder, das Komponieren von Liedern und einsingen, außerdem Stücke schreiben: „Das machen wir alles selbst“, sagt Andreas Nolting.

Neben ihm stehen auch seine Frau Nicole und die beiden Kinder André und Selina mit hinter der Bühne. „Wir spielen dabei im Stehen“, sagt Andreas Nolting. Das bedeutet: Auf 1,80 Metern wird gespielt, die Bühne selbst ist noch einen Meter höher. Damit auch die kleineren Frauen die richtige Spielhöhe erreichen, tragen sie Schuhe mit ganz dicken Sohlen, verrät Nolting.

An der Nähmaschine: Selina und ihre Mutter Nicole Nolting nähen Kleidung für die Puppen.
An der Nähmaschine: Selina und ihre Mutter Nicole Nolting nähen Kleidung für die Puppen. © pr

Die Bühne ist nicht nur sehr hoch, sondern auch besonders breit: Insgesamt gut fünf Meter. Und alles, was auf der Bühne zu sehen ist – ob Sträucher, Häuser oder Einrichtungsgegenstände – soll „so echt aussehen wie möglich“. Auch deshalb sei alles in 3D umgesetzt. Die Figuren können also um Gegenstände herumlaufen, die auf Ständern stehen. „Das sieht schöner aus und lässt sich leichter spielen“, sagt Nolting.

Seit 200 Jahren Schauspieler in der Familie

Stichwort spielen: Jedes Familienmitglied übernimmt durchaus mehrere Rollen in den Stücken. Bei „Die kleine Hexe“ spricht allein Andreas Nolting vier Stimmen. „Das lernt man im Laufe der Zeit. Und in unserer Familie bekommt man das auch in die Wiege gelegt“, sagt er. Denn seit mehr als 200 Jahren gibt es in der Familie Schauspieler. Zunächst standen die Menschen auf der Bühne, im 19. Jahrhundert kam das Puppenspiel. „Und das ist doch auch viel, viel schöner.“

Mit Herzblut machen die Noltings Puppentheater, sind immer bemüht, noch einen draufzusetzen. Bei der kleinen Hexe beispielsweise gebe es Rauch und Geräusche, die Kinder dürften mitzaubern. Die eigene Musik kommt, wie in den anderen Stücken, noch hinzu. Das solle nicht nur die jungen Zuschauer faszinieren, sondern auch Erwachsene. „Es ist uns wichtig, Menschen eine Freude zu machen.“

Bis zu 150 Auftritte hat das Staufenberger Puppentheater jedes Jahr. Dabei ist die Familie aus der Nähe von Kassel nicht nur in Hessen auf Tour, sondern auch in den benachbarten Bundesländern. Bald dann auch mit einem neuen Stück, kündigt Andreas Nolting an. Die Vorbereitungen für „Pettersson und Findus“ seien fast abgeschlossen.

Puppentheater in Bad Arolsen und Frankenberg

Mit dem Stück „Die kleine Hexe“ gastiert das Staufenberger Puppentheater nächste Woche im Landkreis: am Mittwoch, 16. November, in der Kulturhalle in Frankenberg sowie am Freitag, 18. November, im Bürgerhaus in Bad Arolsen. Beginn ist jeweils um 16.30 Uhr, die Eintrittskarten gibt es ab 16 Uhr direkt am Eingang. Die Tickets kosten pro Person neun Euro. Geeignet ist das Stück für Kinder ab drei Jahren. Die Aufführung dauert etwa eine Stunde. (jj)

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