Netzwerk bietet in Volkmarsen täglich Beratung, Begegnung und Betreuung an

Familienzentrum öffnet seine Türen

Volkmarsen - Für Familien in Volkmarsen haben sie alle einem Strang gezogen: Am Samstagmorgen eröffneten Vertreter der Evangelischen Kirche mit vielen engagierten Netzwerkpartnern das Familienzentrum in der Schulstraße neu.

Wenn Eltern nachmittags arbeiten und eine Betreuung für ihre Kinder suchen, wenn Alleinerziehende Unterstützung brauchen, Familien nicht mehr weiter wissen oder sich ganze praktische Tipps für den Alltag wünschen, dann will das neue Familienzentrum in Volkmarsen ein Anlaufpunkt sein – für alle Familiengenerationen. Am Samstagvormittag eröffneten die vielen Netzwerkpartner, die sich für das neue Familienzentrum eingesetzt haben, die Räume in der Schulstraße offiziell. „Dieses Familienzentrum steht auf drei Säulen“, erklärte Projektleiter Michael Michels vom Bathildisheim und erklärte damit auch gleich das breite Spektrum des Angebotes. Erstens gehe es um Beratungsmöglichkeiten. Jeden Tag lädt ein Mitarbeiter im Büro zur Sprechstunde ein (siehe Kasten). Von sonderpädagogischen Themen bis zur Altenpflege, von der Beratung für Menschen mit Behinderung bis zur psychosozialen und seelsorgerlichen Beratung: Durch die Mitarbeit von Vertretern des Bathildisheims, des Treffpunkts und des Bad Arolser Diakoniezentrums (badz) sollen besonders viele Menschen erreicht werden. Träger der Einrichtung ist der kirchlichen Kindergartenzweckverband. Die zweite Säule sei die Kinderbetreuung, befand Michels. Täglich von 15 bis 17.30 Uhr freuen sich die Mitarbeiterinnen Dorota Nikodemiak und Karin Rest über den Besuch der Kinder. „Das ist ein offenes Angebot“, erklärt Heilpädagogin Dorota Nikodemiak, „jeder kann selbst entscheiden, wie lange er bleibt“. Spielen, Basteln, Kochen und kleine Projekte sollen angeboten werden. „Wir haben herausgefunden, dass es vor allem bei der Nachmittagsbetreuung von Grundschulkindern einen großen Bedarf gibt“, erklärte Pfarrerin Susanna Ristow vom Zweckverband. Die Dritte Säule ist das kleine Café als Ort der Begegnung. Jeden Tag warten hier Kaffee und Gebäck auf Eltern und Großeltern, die ohne hohe Hürden ins Gespräch kommen wollen. „Es ist wichtig, dass wir den neuen Familienverhältnissen auch im ländlichen Raum gerecht werden“, betonte Jens Deutschendorf vom Landkreis, „damit Menschen hier gerne leben und arbeiten, ist es gut, wenn wir das Betreuungsangebot erweitern“. Er sei sicher, dass das Konzept des Familienzentrums im Landkreis schnell Nachahmer finde. Auch Volkmarsens Bürgermeister Hartmut Linnekugel lobte das Projekt, das jenseits von Alter, Herkunft oder sozialem Status Unterstützung und Betreuung anbiete. Er schlug vor, auch Hebammen mit ins Netzwerk aufzunehmen. So könne das ganze Spektrum des Familienlebens unter einem Dach abgebildet werden. Und das gilt auch für Kinder und Erwachsene mit Behinderung. „Und damit ist dieses Familienzentrum auch ein Ort der gelebten Inklusion“, freute sich der Projektleiter, „und der Prävention“. Denn das Familienzentrum ermögliche es, früh anzusetzen und die Kinder und Eltern über einen langen Zeitraum zu begleiten.Das zarte „Projektpflänzlein“ wolle man künftig fleißig gießen, kündigte der Bürgermeister an, damit es weiter gedeihe. So sei vielleicht langfristig auch Kinderbetreuung am Wochenende denkbar. (resa)

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