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Feinarbeiten bei Abriss der ehemaligen Brauerei in Bad Arolsen

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Von: Armin Haß

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Filigranarbeit beim Abbruch der ehemaligen Brauerei Bad Arolsen.
Filigranarbeit beim Abbruch der ehemaligen Brauerei Bad Arolsen. © Armin Haß

Der Abbruch des alten Brauereigebäudes in Bad Arolsen liegt im Zeitplan. In diesen Tagen beginnt der Einsatz eines Brechers, der die Steine zerkleinert.

Bad Arolsen – Seit dem Nikolaustag ist eine Abbruchfirma aus Eschwege mit Unterstützung eines heimischen Fachbetriebs aus Bad Arolsen mit dem Niederlegen der Brauerei beschäftigt. Am Donnerstag sind die letzten Wände der Braustätte gefallen.

Durch die milde Witterung werden die Arbeiten begünstigt. Planungsziel ist der vollständige Rückbau und die Herstellung eines gastronomischen Bereiches mit Teich nach historischem Vorbild.

Berge von Baustoffen

Der Abbruch muss nach einem bestimmten Plan erfolgen, in dem die Trennung der Baustoffe, der Leitungen und Anlagenteile und die entsprechende Beseitigung nach gesetzlichen Vorschriften festgelegt werden. Die Einzelteile des Gebäudes, die Maschinen, Tanks und Leitungen müssen getrennt herausgearbeitet werden.

So türmten sich im Laufe der vergangenen Wochen einige Berge von Holz, Metall, Kunststoff und unterschiedlichen Baustoffen, mit denen die Brauerei in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach ausgebaut und erweitert wurde. Zu Beginn waren Anlagenteile, Leitungen, Abfüllanlagen, Braukessel und Tanks herausgeholt worden.

Fein säuberlich aufgeschichtet werden die Bestandteile der ehemaligen Brauerei.
Fein säuberlich aufgeschichtet werden die Bestandteile der ehemaligen Brauerei. © Armin Haß

Im Keller befand sich sogar noch eine alte Eismaschine, in der die Blöcke zum Kühlhalten von Getränken vorbereitet wurden. Die waren weit verbreitet vor dem Einsatz von Kühlgeräten, die mithilfe von Kältemitteln und Strom Bier und anderes mehr kühlhalten.

Stück für Stück abbauen

Sieben Meter hoch und etwa fünf Meter tief war das Brauereigebäude gebaut worden. Verwinkelte Gänge führten durch das Brauhaus. Doch davon ist nun nichts mehr zu sehen.

Das Gemäuer, die Anlagen und Leitungen mussten Stück für Stück und mit Bedacht abgebrochen, herausgeholt, geschnitten oder zuletzt sogar mithilfe eines großen Kranwagens abgetragen werden. Das dient der Sicherheit der Arbeiter und der geordneten Beseitigung.

Kran im Einsatz

Metallschrott kann eingeschmolzen werden, bestimmte Holzteile vielleicht wiederverwertet und zermahlene Mauern können für andere Bauvorhaben genutzt werden. Andere Materialien, wie etwa Dachpappe, wird als Sondermüll behandelt.

Abbrucharbeiten auf Brauereigelände. Im Hintergrund Arbeiten am Telekom-Masten.
Abbrucharbeiten auf Brauereigelände. Im Hintergrund Arbeiten am Telekom-Masten. © Armin Haß

Ein Kran mit einem hoch ausfahrbarem Ausleger musste bestellt werden, um Tanks aus dem Gebäude herauszuheben und Stahlträger der weitgehend abgetragenen Dachkonstruktion zu bergen. Ein Bagger und ein kleinerer Radlader erledigen weitere Arbeiten. Dabei können auch kleinere Einzelteile mithilfe einer speziellen Schaufel angefasst werden. Filigrane Arbeiten gehören auch zum Geschäft des Abrissunternehmens

Zuschüsse für Neugestaltung

Die Abbrucharbeiten sind Teil der Umgestaltung des Quartiers untere Kaulbachstraße, für die die Stadt Bad Arolsen eigens den Geltungsbereich des Stadtumbauprogramms ausgedehnt hat, um Fördermittel des Bundes und des Landes für die Entwicklung des Brauhausareals durch den Hotelkaufmann Alexander Fitz beantragen zu können.

Aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) fließen 230.000 Euro Zuschüsse zur Finanzierung des Abbruchs. Das ist die Hälfte der für den Rückbau veranschlagten 460.000 Euro.

Kran hievt Tank aus alter Brauerei.
Kran hievt Tank aus alter Brauerei. © Armin Haß

Die Aufarbeitung des Geländes der ehemaligen Brauerei wird noch geraume Zeit in Anspruch nehmen, sodass für dieses Jahr nicht mehr mit der Schaffung eines öffentlich zugänglichen Bereiches mit Biergarten und Teich zu rechnen ist. Nach der Planung sind hierfür 494.000 Euro vorgesehen, die die Hälfte soll auch hier aus dem EFRE-Programm finanziert werden. (Armin Haß )

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