Firma Meywald aus Mengeringhausen stellt sich vor

Forschen hilft Rohstoffe sparen

[Bild P1030189.JPG] Das Konsortium im Pausengespräch: v. l.: Sascha Christmann [Umicore], Dr. Stefan Wagner [Fraunhofer IZM], Dr. Volker H. Meywald [Dr.-Ing. Meywald], Stefan Glöde [Lüberg], Björn Meywald, Joachim Helmke [gaskatel], Stefan Scherr [Projekt

Bad Arolsen-Mengeringhausen - Die Firma Meywald aus Mengeringhausen präsentierte Forschungsergebnisse auf der Hannover Messe Industrie.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) koordiniert und unterstützt die Entwicklung innovativer, Ressourcen sparender Produktionstechnologien. 200 Unternehmen und Forschungsinstitute arbeiten dafür in 31 Verbundprojekten zusammen. Drei davon stellten ihre Ergebnisse auf der Hannover Messe Industrie vor: LOKEDEL, NANODYN und OPTILIGHT haben im Forschungsschwerpunkt „Funktionale Oberflächen“ gearbeitet und praxistaugliche Technologien entwickelt. Während sich NANODYN um Oberflächenaufgaben kümmerte, die vom reibungsoptimierten Wälzlager bis zur Enteisung von Flugzeugoberflächen reichte, beschäftigte sich OPTILIGHT mit der optimalen und kosteneffizienten Lichtverteilung von LED-Leuchten an Straßen und Wegen.

Gold einsparen

LOKEDEL mit dem Konsortialführer Dr. Meywald erforschte Wege, um den Goldverbrauch bei der Herstellung von Mikro-Brennstoffzellen gegenüber einem funktionsfähigen Demonstrator des Fraunhofer-Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration aus dem Jahre 2009 so zu verringern, dass es wirtschaftlich möglich ist, daraus ein Massenprodukt zu fertigen. Dr.-Ing. Volker Meywald: „Das ist sogar auf zwei voneinander unabhängigen Wegen gelungen!“

Die Reduzierung der hohen Kosten bei der Herstellung von Mikro-Brennstoffzellen war das Hauptziel des Verbundprojekts LOKEDEL. Hauptkostentreiber ist das Gold, das zur Beschichtung der metallischen Stromkollektoren benötigt wird. Die Teilnehmer des Konsortiums haben die Literatur konsequent durchforstet, hinterfragt und mit Testreihen belegt, ob die bis dato getroffenen Annahmen für die Korrosionsbedingungen in der Zelle den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechen. Meywald: „Es ergaben sich Fenster, die zuvor nicht gesehen wurden. Diese Fenster wurden gleich auf zweierlei Weise genutzt.“

Die LOKEDEL-Projektpartner aus der Galvanotechnik haben einerseits ein neuartiges Fertigungsverfahren entwickelt, für welches 85 Prozent weniger Gold benötigt wird und was dennoch eine ausreichende Langzeitstabilität und einen akzeptablen Kontaktwiderstand sicherstellt. Dafür sorgen korrosionsstabile Schichten aus 0,3 Mikrometern modifiziertem Feingold auf Grundsubstraten aus Edelstahl.

Kosten gesenkt

Andererseits ist es Dr. Meywald als Spezialist in Band- und Drahtbeschichtungen für fertig fallende Teile gelungen, eine völlig edelmetallfreie Version zu entwickeln. Das Geheimnis liegt in Schichten aus speziellen Polymeren, die hohe Funktionalität bieten einschließlich der benötigten Korrosionsfestigkeit, die gleichzeitig aber auch tiefziehfähig sind. Als zu beschichtende Substrate kommen handelsübliche und damit relativ preiswerte Typen infrage wie Aluminium und Kupfer.

Die Produkte können „auf einem fast unschlagbar niedrigen Kostenniveau“ angeboten werden. Ein in Hannover gezeigter Roboter-Demonstrator des Fraunhofer IZM war auf dieser Technik aufgebaut und wurde fahrend in Funktion gezeigt.

Entwicklung

Für die Technologie, die innerhalb von weniger als drei Jahren entwickelt wurde, wird es in Zukunft vielfältige Einsatzgebiete wie in der Technologie von Datenknoten, der Sensor- wie Mikroreaktionstechnik, an gedruckten Schaltungen, in der Polymerelektronik und in der Medizintechnik geben.

Zum Ende der Projektlaufzeit läuft die Kontaktaufnahme mit Industriepartnern, die an der Umsetzung dieser Technologien für eine Massenproduktion interessiert sind.

Aufgrund der guten Auftragslage sucht das innovative Mengeringhäuser Unternehmen umgehend einen weiteren technisch qualifizierten Mitarbeiter als Maschinen- und Anlagenführer. (r)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare