Für den Notfall bestens ausgebildet

Fortbildung für Notärzte: Einsatz gegen Herzstillstand

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Fortbildung für Notärzte: Im Feuerwehrstützpunkt Bad Arolsen übten etwa 30 Ärztinnen und Ärzte aus Nordhessen die Wiederbelebung in unterschiedlichen Situationen.  

30 nordhessische Ärzte haben an an einer Fortbildung zum Thema Reanimation im Feuerwehrstützpunkt teilgenommen.

Nur wenige Wochen nach einer zweitägigen Fortbildung für Einsätze nach schweren Unfällen ging es um Rettungsmaßnahmen bei Herzstillstand aufgrund internistischer Ursachen, wie etwa Herzinfarkt oder Schlaganfall, oder durch äußere Einwirkungen, wie Ertrinken oder Vergiftung.

Der Chefarzt Anästhesie vom Krankenhaus Bad Arolsen, Dr. Rudolf Alexi, leitete auch diese, eintägige Fortbildung, unterstützt vom Rettungsdienst des Landkreises Waldeck-Frankenberg und dem stellvertretenden Stadtbrandinspektor Michael Seebold.

Grundlagen werden immer wieder erneuert 

Die Grundlagen für die Wiederbelebung sind von Fachleuten im European Resuscitation Council (ERC; Europäischer Rat für Reanimation) in einer immer wieder aktualisierten Richtlinie zusammengefasst. Neben den technischen sind auch ethische Aspekte in dem Ratgeber zusammengestellt.

Was zu tun ist, wenn Patienten kaum oder gar nicht mehr atmen, wenn das Herz rast oder ganz aufgehört hat zu schlagen, übten die großenteils als Notärzte in der Region eingesetzten Mediziner im Feuerwehrstützpunkt.

Nicht nur "klassische" Wiederbelebung wird trainiert 

Die „klassische“ Wiederbelebung mit Herzmassage durch Drücken des Brustkorbs und Beatmung durch den Mund, ergänzt durch Beatmungsbeutel und Defibrillator, bildete ebenso einen Teil der Reanimationsübungen wie der Einsatz von Präparaten, um den Herzschlag anzuregen. 

Ohne stabilen Kreislauf funktioniert die ebenso wichtige Versorgung des Körpers mit Sauerstoff nicht, ein Mangel kann bei Überleben schwerwiegende Schäden des Gehirns verursachen.

Jeder Notfall ist anders. Was ist zu tun, wenn eine hochschwangere Frau wiederbelebt werden muss? In wenigen Fällen, etwa bei alten Menschen, müssen Medikamente in die gefäßführenden Teile des Oberarms oder am Unterschenkel mithilfe von Knochenbohrern eingebracht werden.

Es wurden auch praktische Fehler eingebaut 

Bei den praktischen Übungen wurden auch Fehler eingebaut: So etwa die Einbringung eines Tubus’ in die Speise- anstatt der Luftröhre.

Schnelles und besonnenes Handeln innerhalb von wenigen Minuten ist gefordert. In solchen Notfällen sind auch Laien gefordert, zumindest Hilfe zu verständigen und einem Betroffenen wenigstens eine Herzdruckmassage zu verabreichen, bis die Rettungskräfte eintreffen. 100-mal pro Minute muss dabei der Brustkorb fünf Zentimeter tief eingedrückt werden. Eine kraftzehrende Prozedur, die dem Patienten aber eine Chance zu überleben bietet.

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