Fertigstellung der Wasserleitung vor 125 Jahren in Mengeringhausen gefeiert

Fortschrittlich bei Wasserversorgung

Bad Arolsen-Mengeringhausen - Als fortschrittliches Fachwerkstädtchen hat sich Mengeringhausen erwiesen, als vor 125 Jahren die Wasserleitung gebaut wurde. Weit und breit war die Lieferung des feuchten Elements in jeden Haushalt noch Zukunftsmusik.

Als fortschrittliches Fachwerkstädtchen hat sich Mengeringhausen erwiesen, als vor 125 Jahren die Wasserleitung gebaut wurde. Weit und breit war die Lieferung des feuchten Elements in jeden Haushalt noch Zukunftsmusik. Von Armin Haß Bad Arolsen-Mengeringhausen. Am Tollen Born, heute Standort von Feuerwehr und Polizei, wurde einst das Wasser zu den Kümpen in Mengeringhausen gefördert - gestern wurde dort das Jubiläum gefeiert. Eine muntere Talkrunde unter der Leitung von Luca Deutschländer bot Wissenswertes und Amüsantes rund ums Wasser. Mit fröhlichen Liedern, einer Ausstellung und Ständen zum Thema Wasserleitung wurde das Fest abgerundet. Mengeringhausen sei innovativ gewesen und habe durch den Wasserleitungsbau spürbar zur Verbesserung der Lebensqualität beigetragen, sagte Bürgermeiser Jürgen van der Horst. Die Zeit des Eimerschleppens sei mit dem Anschluss von Haushalten und Betrieben am 1. Oktober 1888 vorbei gewesen. Ein wichtiger Aspekt sei auch die Verbesserung des Brandschutzes in der eng bebauten Altstadt gewesen. Die Brauerei war seinerzeit zuerst angeschlossen worden, das Bier mithin zu der Zeit das sicherstes Lebensmittel, wie Jörg Bettelhäuser vom Gesundheitsamt schmunzelnd anmerkte, denn der Gerstensaft sei erhitzt, Krankheitserreger seien mithin abgetötet worden. Mehr ins Bewusstesein der Bürger müssten die Investitionen gerückt werden, mit denen ein sicheres Versorgungssystem mit drei Brunnenanlagen im gesamten Stadtgebiet aufgebaut worden sei, war sich van der Horst mit der Kreisbeigeordneten Hannelore Behle einig. Er als Teetrinker wisse die hohe Qualität des eher weichen Wassers in Arolsen sehr zu schätzen. Zum Schutz der Wasservorkommen habe die Stadt mit der Ausweisung von Schutzgebieten für Trink- und Heilwasser die Hausaufgaben gemacht, sagte Manfred Emde von der unteren Wasserbehörde beim Kreis. Pro Tag werden im Stadtgebiet immerhin 2,2 Millionen Liter Wasser verbraucht, wie Deutschländer erwähnte. Details aus der Geschichte der Wasserversorgung gestern und heute teilten Rainer Rose von den Bad Arolser Kommunalbetrieben, der frühere Tiefbauamtsleiter Rudolf Tschenstscher und der Bauunternehmer Gerhard Jordan mit. Viel Kritik von Hausfrauen musste Tschentscher einstecken, als einst der Brunnen im Bickersbusch zugeschaltet wurde: Das kohlensäurehaltige Wasser löste den Rost aus den Leitungen und färbte somit die Wäsche in den Maschinen braun. Das Problem wurde durch einen kleinen technischen Kniff behoben. Kreisbeigeordnete Behle bekräftigte, dass die Wasserversorgung im Kreis funktioniere. Probleme mit Uran-Spuren in Wrexen und Rückständen von giftigen Chemikalien in Waldecken konnten nach Auskunft von Bettelhäuser ebenso schnell behoben werden wie die Verunreinigung mit Pflanzenschutzmitteln in einer Nachbargemeinde. Wie köstlich Wasser als Getränk ist, besang der Gesangverein uner Leitung von Lisa Herrlich, und das Duo Ortsvorsteher Helmut Patzer und Rainer Losinzky animierte mit „Wasser ist zum Waschen da“ zum Mitsingen. Mit dem lustigen Lied vom tropfenden Wasserhahn erfreute ein Chor der Grundschule die rund 180 Besucher, von Schülern der Nicolai-Schule wurden außerdem Bilder zum Thema des Tages gezeigt.Der Stadtarchivar Christian Meuser führte Besucher durch die Fachwerkstadt. Unterdessen konnten Kinder mithilfe eines elektrischen Spürgerätes Hydrantendeckel im Sand aufspüren. Zudem wurde eine Ausstellung von alten und modernen Wasserrohren, Pumpen und Schiebern gezeigt. (ah)

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