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Arolsen Archives sucht Fotos von Deportationen

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Von: Armin Haß

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Die Arolsen Archives werben nun auch in Bad Arolsen um Bilddokumente von Deportationen. Unser Bild zeigt, von links: stellvertreten Archives-Direktor Steffen Baumheier, Bürgermeister Marko Lambion und Wilhelm Müller (Touristik-Service).
Die Arolsen Archives werben nun auch in Bad Arolsen um Bilddokumente von Deportationen. Unser Bild zeigt, von links: stellvertreten Archives-Direktor Steffen Baumheier, Bürgermeister Marko Lambion und Wilhelm Müller (Touristik-Service). © Armin Haß

Die Arolsen Archives bitten um Beiträge zur Ausstellung „Last seen. Bilder der NS-Deportationen.“ Station ist noch in Bad Arolsen.

Bad Arolsen – Es sind letzte Bilder von Menschen, die auf den Weg ins Konzentrationslager, in den sicheren Tod sind. Die Arolser Archivs bitten nun auch auf dem Kirchplatz in Bad Arolsen Bürger um Beiträge für die Aktion „#LastSeen. Bilder der NS-Deportationen“.

Bilder aus 50 Orten gemeldet

Seit Beginn der Ausstellung auf einem historischen Lkw aus den 50-er Jahren in verschiedenen deutschen Städten sind nach Auskunft des stellvertretenden Archives-Direktors Steffen Baumheier Fotos von Deportationen aus etwa 50 Orten bekannt. Die meisten bildeten Jüdinnen und Juden ab. Nun bitten die Archives um weitere Fotos von NS-Deportationen aus dem Deutschen Reich zwischen 1938 und 1945.

Die Bilden können aus Archiven, alten Zeitungen, von Flohmärkten, Dachböden oder aus Familienalben stammen. Die Ausstellung ist nur noch bis Montag, 9. Mai, von 10 bis 18 Uhr zugänglich.

Beitrag zur Erinnerung

Die Arolsen Archives leisteten mit dieser Aktion einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur, erklärte Bürgermeister Marko Lambion. In Arolsen lebten einst jüdische Bürger und zeugten Gebäude von ihnen. Doch die Erinnerung an sie sei verblasst. Um an die NS-Geschichte zu erinnern, sie sichtbar zu machen, sei eine Kommission zur NS-Geschichte gegründet worden.

Die Ausstellung wurde Anfang 2022 in München eröffnet. 25 Stationen sind insgesamt in Deutschland geplant. Als nächstes wird ´der Laster per Tieflader nach Potsdam verbracht. Neben der Suche nach Bildern, geht es um ein neues Verständnis der Fotos. Wer ist abgebildet? Wer hat fotografiert? Wann und wo entstanden die Aufnahmen? Direktorin Floriane Azoulay: „Je mehr Menschen den Historikerinnen und Historikern bei der Suche nach Bildern und Informationen helfen, desto umfangreicher und interessanter werden die Ergebnisse.“

Geplant sind im Anschluss ein öffentlich zugänglicher digitaler Bildatlas und ein pädagogisches Programm. Erste Ergebnisse werden Ende 2022 veröffentlicht.

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