Twistetal: SPD nominiert parteilosen Lothar Steiner

Frankenberger will Bürgermeister in Twistetal werden

Twistetal - Die SPD Twistetal schickt den 54-jährigen Lothar Steiner ins Rennen um die Nachfolge von Bürgermeister Günther Hartmann. Eine Mitgliederversammlung hatte am Mittwochabend die Wahl zwischen zwei Bewerbern.

Die Entscheidung fiel - wie so oft in Twistetal - mit elf zu zwölf Stimmen denkbar knapp aus. Um eine Kandidatur auf dem Ticket der SPD hatten sich das langjährige aktive Parteimitglied Dieter Dixius aus Lohfelden und der Parteilose Lothar Steiner aus Schreufa beworben. Wahlkampf startet sofort Beide hatten gestern Abend in der Mehrzweckhalle Twiste die Gelegenheit, sich den Mitgliedern vorzustellen. Nach intensiver Aussprache fiel am Ende Entscheidung zugunsten von Steiner aus. Unterbezirksvorsitzender Dr. Christoph Welteke hatte die SPD-Mitglieder bereits vor der Abstimmung dazu aufgerufen, nach der Abstimmung „wie ein Mann“ hinter dem Kandidaten zu stehen. Die Zeit bis zum Wahltermin am 11. November sei mit drei Monaten sehr kurz. Deshalb beginne schon am Tag nach der Nominierung der Wahlkampf Verwaltungserfahren Lothar Steiner ist geschieden, Vater von zwei erwachsenen Kindern und durch die Kinder seiner Lebensgefährtin aktuell in der wie er es beschreib „glücklichen Situation“, die Pubertät von zwei weiteren Kindern mitzuerleben: „Ich lerne gerade, wie man einen Kaktus anfasst.“ Der Kandidat begann seine berufliche Laufbahn mit einer Verwaltungslehre beim Landkreis Waldeck-Frankenberg in Frankenberg. 1981 wechselte er vom Kreissozialamt ins Hauptamt der Gemeinde Lichtenfels. Von 1983 bis 2011 war er 28 Jahre lang Ausbilder für junge Menschen mit Behinderungen am Berufsbildungswerk in Bad Arolsen. Nach vielen Verwaltungslehrgängen und einem Fernstudium Betriebswirtschaft legte er auch die Ausbildereignungsprüfung ab. Rathaus ist für die Bürger da Im Berufsbildungswerk leitete er unter anderem eine Übungsstadtverwaltung, in der die Auszubildenden eine reguläre Verwaltungsausbildung absolvierten. Im Rahmen der Umstrukturierungen beim Berufsbildungswerk wechselte er im vergangenen Jahr als Teamleiter für die kaufmännische Ausbildung zur Firma SMA Solar Technology. Sein aktueller beruflicher Status ist „arbeitssuchend“. Steiner empfahl sich den SPD-Mitgliedern mit pfiffigen Ideen für das künftige Gemeindeleben. Ein Ziel müsse es sein, die Selbstversorgung der Gemeinde mit Energie anzustreben. Das Rathaus sei für die Bürger da und nicht umgekehrt. Der Bürgermeister könne die Dinge nicht allein bewegen, sondern sei auf ein gutes Miteinander mit den Bürgern und Gremien angewiesen. Er komme vom Dorf, könne mit den Menschen reden und sei auch schon mit Gummistiefeln durch den Kuhstall gelaufen. Parteikarriere Sein Gegenkandidat Dieter Dixius (58) hat nach einer Ausbildung zum Kfz-Mechaniker eine Karriere beim Bundesgrenzschutz absolviert, ist in den Verwaltungsdienst gewechselt und arbeitet seit 1981 bis heute in verschiedenen Bereichen des Ordnungsamtes von Lohfelden. Anders als Steiner konnte Dixius auf viele Jahre in verschiedenen Parteiämtern verweisen. Unter anderem war er Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Kassel-Waldau. Doch das war am Ende nicht ausschlaggebend. Themenschwerpunkte bei den Kandidatenvorstellungen waren der demographische Wandel in den Dörfern, der Bau der Ortsumgehungen von Berndorf und Twiste sowie die künftige Organisation der Gemeindeverwaltung. In all diesen Punkten blieben beide Kandidaten aber erwartungsgemäß sehr vage und wenig konkret. Auch bei der CDU Twistetal haben sich schon mehrere mögliche Bewerber um die Nachfolge von Bürgermeister Günther Hartmann gemeldet. Allerdings will sich die CDU mit den Grünen und der Wählergemeinschaft Twistetal bei der Suche abstimmen. Die Wahltermine Die Amtszeit von Bürgermeister Günther Hartmann (SPD) endet nach über 22 Jahren am 31. März 2013. Die Wahl seines Nachfolgers findet am 11. November 2012 statt, als Termin für eine Stichwahl ist der 25. November vorgesehen.Bis sechs Wochen vor der Wahl können sich Kandidaten melden. Die müssen nicht von einer Partei aufgestellt werden, sondern können sich auch unabhängig bewerben.

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