Von der Landeskirche gefordert

Freiwilliges Kirchgeld Thema für Synode in Bad Arolsen

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In Bad Arolsen wird freiwilliges Kirchgeld seit 2005 gezahlt.

Bad Arolsen. Durch die Bitte um freiwilliges Kirchgeld erhoffen sich die Gemeinden im evangelischen Kirchenkreis Twiste-Eisenberg, wichtige Aufgaben weiterhin finanzieren zu können.

Dementsprechend breiten Raum nahm dieses Thema bei der Herbstsynode im Bathildisheim Bad Arolsen ein. Die Einnahmen aus Kirchensteuern gehen zurück, Austritte und besonders der Rückgang der evangelisch getauften Bevölkerung sind die Gründe. 

Leben vom Kirchgeld

Daher haben Bad Arolsen, Korbach, die Gemeindeverbände mit Sitz in Berndorf und Adorf bereits vor Jahren das freiwillige Kirchgeld eingeführt. „Davon leben wir!“, brachte es der im Fundraising ausgebildete Arolser Pfarrer Gerhard Lueg nach zwölf Jahren freiwilliges Kirchgeld auf den Punkt. Pro Jahr steuern dort 280 Gemeindeglieder insgesamt 24 000 Euro bei. 

Die Synode der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck hat beschlossen, die Kirchenkreise zur Einführung des freiwilligen Kirchgeldes zu verpflichten. Der mit zwei weiteren Mitarbeitern der Landeskirche für Spendenwesen zuständige Joachim Pothmann betonte, dass es gelte, Überzeugungsarbeit zu leisten. 

200 Projekte seit 2004

Seit der Einrichtung dieses Referates 2004 seien 200 Projekte von kirchlichen Einrichtungen und Gemeinden in der Landeskirche auf den Weg gebracht worden. Dies sei auch eine Möglichkeit, die Bindung an die Kirche zu stärken. Dazu tragen die regelmäßigen Briefe bei, in denen auch die aktuellen Bilanzen aufgestellt und nicht zuletzt Danke gesagt wird. „Wir können auch Kontakt zu den Ausgetretenen halten“, stellt Lueg fest. 

Als erfolgreiches Beispiel für freiwillige Unterstützung führte der im Fundraising ausgebildete neue Korbacher Pfarrer Steffen Blum aus seinem früheren Wirkungskreis die Spendenaktion zur Renovierung der osthessischen Dorfkirchen in Wehrda und Rhina an. Seit 2012 wird dort auch erprobt, ob eine teilweise Finanzierung einer halben Pfarrstelle möglich ist. 

Zu früh bemüht

Enttäuscht äußerte sich dazu eine Synodale bei der Tagung im Bathildisheim: 2009, als die Pfarrstelle in Külte gestrichen wurde, hätte die Gemeinde genau dies vorgeschlagen zur Sicherung der Stelle, sogar Katholiken hätten das Vorhaben unterstützen wollen. Doch damals habe Pothmann davon abgeraten. „Ich habe eure Motivation erkannt. Doch ihr wart zu früh“, erwiderte der Pfarrer. „Damals war das Thema in der Landeskirche heiß diskutiert worden, und ich hatte keine Rückendeckung.“

 Bei der Einführung des Fundraising will die Landeskirche durch Ausbildung und Zuwendungen behilflich sein. Zudem empfiehlt sich eine Software, mit der nicht nur die Spenden verwaltet, sondern auch die Korrespondenz („Mailing“) ohne Belastung der Gemeindemitarbeiter geführt werden kann. Eine andere Perspektive lieferte bei der Begrüßung der Bathildisheim-Vorstand Jens Wehmeyer: Die Freie evangelische Gemeinde, der er angehört, finanziert sich nur aus Spenden.

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