Diemelstadt-Wethen

Friedenspreis für Shalomdiakonat Wethen

- Diemelstadt-Wethen (dpa/r). Der Oekumenische Dienst Schalomdiakonat (OeD) in Wethen wird mit dem Lothar-Kreyssig-Friedenspreis geehrt. Der Verein gehöre in Deutschland zu den Wegbereitern der Qualifizierung von „Friedenskräften“, teilte die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) gestern mit.

Er bietet seit 17 Jahren Kurse für Männer und Frauen an, die sich in Krisenregionen an der gewaltfreien Konfliktbearbeitung beteiligen wollen. Mit der Auszeichnung werde gewürdigt, dass der Verein für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung stehe und für zivile Konfliktlösungen eintrete, hieß es zur Begründung. Der mit 3000 Euro dotierte Preis wird am 5. November in Magdeburg verliehen. Lothar Kreyssig (1898-1986), in Sachsen geborener evangelischer Jurist, war Initiator der Aktion Sühnezeichen 1958. Er setzte sich im Nationalsozialismus als Richter in Sachsen und Brandenburg für Verfolgte ein. Der nach ihm benannte Preis wird seit 1999 alle zwei Jahre an Einzelpersonen oder Gruppen verliehen, die sich für die Versöhnung von Menschen in Europa oder Israel einsetzen. Den Preis bekamen unter anderem der ehemalige polnische Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki (1999) und die einstige Staatsministerin Hildegard Hamm-Brücher (2001).Der OeD hat seit 1993 seine Geschäftsstelle in Wethen. Das besondere Profil der Fortbildungen des OeD liegt in einer „organischen Verbindung von fachlicher Kompetenz und einer politisch verstandenen Spiritualität der Gewaltfreiheit“. Gegründet wurde das Shalomdiakonat aus dem seit 1959 bestehenden Laurentiuskonvent heraus, der 1975 einen leer stehenden Bauernhof in Wethen anmietete und dort den ersten Laurentiushof errichtete.

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