1. WLZ
  2. Waldeck
  3. Bad Arolsen

Bäumchen pflanzen für den zukünftigen Stadtwald Bad Arolsen

Erstellt:

Von: Armin Haß

Kommentare

Die letzte große Fläche von 150 Hektar zerstörtem Stadtwald ist von Mitarbeitern der Stadtverwaltung Bad Arolsen an der Blechscheune bei Mengeringhausen bepflanzt worden.
Die letzte große Fläche von 150 Hektar zerstörtem Stadtwald ist von Mitarbeitern der Stadtverwaltung Bad Arolsen an der Blechscheune bei Mengeringhausen bepflanzt worden. © Armin Haß

Die letzte große Fläche von 150 Hektar zerstörtem Stadtwald ist von Mitarbeitern der Stadtverwaltung Bad Arolsen an der Blechscheune bei Mengeringhausen bepflanzt worden.

Arolsen-Mengeringhausen – „Ein schöner Tag“, resümierte Revierförster Dieter Kisselbach gestern Vormittag nach der letzten großen Pflanzaktion im Stadtwald Mengeringhausen. An der „Blechscheune“ haben rund 40 Mitarbeiter der Stadtverwaltung mit Bürgermeister Marko Lambion zusammen 700 Bäumchen gepflanzt.

Fichte ohne Zukunft

Insgesamt 150 Hektar Stadtwald gilt es aufzuforsten, die seit 2018 durch Stürme, durch Dürre und Käferbefall zerstört wurden. Mit 98 Prozent ist fast der gesamte Fichtenbestand den Unbilden der Witterung und den Schädlingen zum Opfer gefallen. Dieser Nadelbaum hat angesichts der Erwärmung und der Trockenheit keine Chance mehr.

Bei der gestrigen Aktion wurden Baumarten für den so genannten Vorwald gepflanzt: Schwarznuss, Baumhasel, Spitzahorn, Winterlinde, Elsbeere und Zeder, die Wärme und weniger feuchte Böden vertragen und abgesehen von der Linde wertvolles Holz liefern Sie sollen dereinst Schatten spenden und die Feuchtigkeit im Boden sichern, sodass Baumarten durch Naturverjüngung oder Nachpflanzungen gedeihen.

Unwirtliche Steppenlandschaft

Würden diese Bäume nicht gepflanzt, würden sich die unerwünschten Pionierarten, wie Birke, Eberesche, Aspe und Weide oder die Fichte, durch Aussamen aus den Restbeständen, durchsetzen. Zudem würde es auf den steppenartigen Flächen im Sommer zu heiß und im Winter zu kalt für die Baumarten, auf die die Forstfachleute für den künftigen Wald setzen.

Um die gestrigen Pflanzungen zu ermöglichen, mussten meterbreite Korridore gemulcht werden, dort hatten Brombeere und Gräser alles überwuchert.

Spenden für den Wald

Durch das Aussamen aus den benachbarten Buchen- und Lärchenbeständen soll sich der künftige Wald auf natürliche Weise entwickeln. Ein Drittel des künftigen Stadtwaldes ist gepflanzt worden, die Hälfte der Kalamitätenflächen besteht aus Vorwald, was dessen Bedeutung klar macht. Die restlichen Flächen werden durch Spenden, mithilfe von Schulen und von Kindergärten neugestaltet.

Mit 500 000 Euro wurde die Aufforstung vom Staat gefördert, durch Stichproben kontrollieren Behördenvertreter, ob auch Schutz vor Verbiss und Pflege sichergestellt werden. Zäune müssen vom Förster ständig kontrolliert, konkurrierende Pflanzen entfernt, Freiflächen freigehallten und die Bestände stets kontrolliert werden.

Pflege ist teuer

Die Pflege ist teuer, wie Kisselbach berichtet, und sie gehört wie der Schutz vor Wildverbiss zu den wichtigsten Aufgaben in dieser Phase. Dazu gehört auch der Abschuss von Rehwild, das durch das Anknabbern der jungen Bäume die Bestände zerstören kann.

Zwischendurch werden kleine Fläche frei- und sich selbst überlassen, um zu sehen, wie sich der Wald von selbst entwickelt. Das ist aber nicht mit der Naturverjüngung gleichzusetzen, die durch intensive Pflege weiter unterstützt werden muss.

Esskastanie entwickelt sich gut

In zehn Jahren, so schätzt Kisselbach, lässt sich absehen, wie sich der Wald der Zukunft entwickelt. Einen Trend hat er schon festgestellt: Die zu Tausenden gepflanzte Esskastanie hat sich gut entwickelt.

Eine Mischung aus zehn Laub- und Nadelbaumarten macht es, wie der Revierförster der Kommunwald GmbH deutlich macht. (Armin Haß )

Auch interessant

Kommentare