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Funken rund um den Globus bei Bad Arolser Club lernen

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Von: Armin Haß

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Amateurfunker Martin Riese im Vereinsraum in Massenhausen.
Amateurfunker Martin Riese im Vereinsraum in Massenhausen. © Armin Haß

Rund um den Globus sind die Bad Arolser Funkamateure mithilfe ihrer Geräte seit 56 Jahren „unterwegs“. Über den Verein lassen in den nächsten sechs Monaten fünf neue Funker ausbilden.

Bad Arolsen – Der Ortsverband F01 Bad Arolsen im deutschen Amateur Radio Club (DARC) bietet einen Kurs für den Erwerb einer Funklizenz an. Diese wird im Rahmen einer staatlichen Prüfung von der Bundesnetzagentur vergeben und erlaubt es den Inhabern, auf verschiedenen Funkbändern am weltweiten Funkgeschehen teilzunehmen.

Funken im Wettbewerb

Der Ortsverband Bad Arolsen nimmt an vielen weltweiten Wettbewerben teil und konnte 2017 den zweiten Platz in der eingetragenen Wertungskategorie weltweit erreichen.

Dabei bemühen sich die Funker im Schichtbetrieb um möglichst viele Kontakte, die freilich auch dokumentiert werden müssen.

Bei den QSOs genannten Gesprächen tauschen die Funkamateure mindestens ihre Rufzeichen aus, einen Rapport über die Verbindungsqualität und können sich für die Verbindung eine QSO-Karte schicken lassen. Diese Bestätigung kann dann für Auszeichnungen verwendet werden.

Klangvolle Funker-Namen

Doch es geht nicht nur um das Sammeln von Rufzeichen. Im Laufe der Zeit lernt man im Funkbetrieb auch interessante Personen kennen, etwa den Falkland Bob, der von der zu Großbritannien zählenden Inselgruppe vor Argentinien sendet, oder den sich selbst so nennenden „Schrottplatzjapaner“ oder auch „Ferry der Indonesier“, der regelmäßig auch über Youtube streamt.

Diese Amateurfunker sind weltweit sehr bekannt. Mit ihnen können sich die Kollegen sich über vieles austauschen, wobei Englisch die allgemein verwendete Sprache ist.

Anmelden für Raumstation

Highlight ist freilich auch ein Kontakt zur Raumstation ISS. Jedoch beträgt die Vorlaufzeit dafür laut Vorsitzendem Martin Riese inzwischen zwei Jahre.

Die Restriktionen sind gering. Eine Band-Wacht kümmert sich aber um illegale Nutzer von Funkbändern und Störer. Diesen drohen Bußgelder..

Etikette wahren

Die Internationale Vereinigung der Amateurfunkern empfiehlt die übliche Etikette beim Sprechen und das Vermeiden von politischen oder religiösen Themen.

Der Empfang von Amateurfunksendungen und der Besitz von Amateurfunkgeräten, auch von selbst gebauten Apparaten, ist in Deutschland jedermann gestattet.

Auch Morsen für Kommunikation

Für den Betrieb eines Senders einer Amateurfunkstelle sind besondere Kenntnisse und eine Zulassung zur Teilnahme am Amateurfunkdienst mit personengebundener Rufzeichenzuteilung erforderlich.

Neben dem klassischen Morsen und dem normalen Sprechfunk erfolgt die Kommunikation auch in digitalen Betriebsarten. Der angebotene Ausbildungskurs geht auf alle prüfungsrelevanten Inhalte ein.

Technische Grundlagen

Außer den technischen Grundlagen (z.B. Abkürzungen, die Physik dahinter) und der Betriebstechnik (wie läuft ein Gespräch zwischen Funkamateuren ab) gehören auch die rechtlichen Grundlagen (was darf ich machen) zum Lernstoff.

Während des Kurses wird unter Verwendung von Ausbildungsrufzeichen unter Aufsicht und Anleitung weltweiter Funkbetrieb gemacht, und auch praktische Tätigkeiten wie Antennenbau sind vorgesehen. Der Kurs erstreckt sich über ein halbes Jahr und schließt mit der Prüfung der Bundesnetzagentur ab.

36 Mitglieder in Bad Arolsen

Der DARC-Ortsverband Bad Arolsen F01 besteht seit 1966 und hat aktuell 36 Mitglieder im Alter von zwölf bis 90 Jahren. Homepage des Ortsverbandes https://darc.de/f01

Im Landkreis Waldeck-Frankenberg gibt es noch jeweils einen Ortsverband in Korbach, Frankenberg und Bad Wildungen.

Der Deutsche Amateur-Radio-Club (DARC) e.V. ist mit rund 33 000 Mitgliedern die größte Vereinigung von Funkamateuren in Deutschland und Europa. Der DARC gliedert sich bundesweit in 24 Distrikte und 960 Ortsverbände.

Amateurfunk fördern

Die Aufgaben des Clubs sind es, den Amateurfunk zu fördern und die geeigneten Rahmenbedingungen für den Amateurfunkdienst zu schaffen. International engagiert er sich als Mitglied in der International Amateur Radio Union (IARU). Quelle: www.darc.de  (Armin Haß)

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