Erster Stadtrat Helmut Hausmann bekommt Vom-Stein-Plakette für seinen Einsatz

Mit ganzem Herzen Politiker

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Bad Arolsen. - Er ist der Marathon-Mann unter den Arolser Kommunalpolitikern: Helmut Hausmann bekam gestern die Freiherr-vom-Stein-Plakette überreicht, die höchste hessische Auszeichnung für kommunalpolitischen Einsatz.

Der gebürtige Wrexer ist seit 40 Jahren in der Kommunalpolitik und in der Partei aktiv. Als Bundesbahnjungwerker startete er mit vierzehneinhalb Jahren seine Verwaltungskarriere, die in der Leitung des Bundeswehrleistungszentrums in Mengeringhausen ihren Abschluss fand. Abschluss? Weit gefehlt. Hausmann sieht die Aufgaben und die damit verbundene Notwendigkeit, auch ehrenamtlich Verantwortung zu übernehmen. Der heute 69-Jährige hat in diesem Jahr noch den Vorstandsposten im Bathildisheim angetreten, um der diakonischen Einrichtung in schwieriger Zeit zu helfen.

1972 begonnen

Der Staatssekretär des Innenministeriums, Werner Koch, würdigte dieses Engagement gestern Nachmittag im Christian-Daniel-Rauch-Museum vor zahlreichen Ehrengästen und zeichnete den Werdegang Hausmanns nach, der 2007 schon mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Seit 1972 ist Hausmann in der Arolser Stadtpolitik aktiv, bis 1993 in der Stadtverordnetenversammlung, unter anderem als Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses und als Vorsitzender der CDU-Fraktion. Seit 1993 ist er Magistratsmitglied.Herzensangelegenheit

Als Stadtrat gehört(e) er der Fremdenverkehrsförderungskommission, den Betriebskommissionen des Stadtkrankenhauses und der Stadtwerke an. Ein Herzensanliegen ist dem am Festplatz Königsberg wohnenden Hausmann der traditionsreiche Kram- und Viehmarkt mit den Schaustellern und Händlern, der jährlich 500 000 Besucher anlockt. Die Viehmarkts­kommission leitet er daher seit Jahren. Zudem widmete sich Hausmann der interkommunalen Zusammenarbeit in der von ihm einmal scherzhaft „Nordallianz“ genannten Region Nordwaldeck.Zwischen 2005 und 2008 hat sich Hausmann, bei der Bundeswehr zum Hauptmann d. R. aufgerückt, der erfolgreichen Konversion der ehemaligen Kasernenliegenschaften und der Standortverwaltung gewidmet. So wurde die Kaserne zum Bioenergiepark und Industriegebiet umgewandelt.

Lebensaufgabe

Für Hausmann sei die Kommunalpolitik eine Lebensaufgabe geworden, sagte Koch. Fachkundig, verlässlich und hartnäckig habe Hausmann seine Aufgaben wahrgenommen. Dabei habe er mit Humor festgefahrene Diskussionen wieder in Gang gebracht, Türen geöffnet. In den Dank wurde auch Ehefrau Hilke einbezogen.

Als Urgestein der Kommunalpolitik habe Hausmann an vielen Entscheidungen maßgeblich mitgewirkt, sagte Bürgermeister Jürgen van der Horst. Für ihn sei es „nicht entscheidend gewesen, wer unter ihm Bürgermeister war“, merkte er scherzhaft an. Hausmanns Wirken strahlt nach den Worten des Ersten Kreisbeigeordneten Jens Deutschendorf weit über die Großgemeinde hinaus.

„Ihm geht es um die Sache und nicht vorrangig um die Parteipolitik“, sagte MdL Armin Schwarz bei der musikalisch von Anja und Daniel Senft umrahmten Feier. Neben dem Engagement in der CDU habe Hausmann es verstanden, mit Freunden aus anderen Parteien Beschlüsse herbeizuführen. „Das sind alles Selbstverständlichkeiten gewesen“, sagte Hausmann. Der Wahlspruch eines walisischen Regiments –„Ich diene“ – und die tiefe Verbundenheit mit der Stadt Bad Arolsen seien für sein Handeln grundlegend: „Ich möchte der Gesellschaft zurückgegeben, was sie mir gegeben hat.“

In seine Dankesworte an Weggefährten und Mitarbeiter im Rathaus, als deren Chef er seit 1993 immer wieder in Vertretung des Bürgermeisters fungiert, schloss er den 90-jährigen früheren CDU-Stadtverordneten Hans Köbberling ein, der ebenfalls an der Feierstunde teilnahm und den er als seinen „Ziehvater“ in der Stadtpolitik bezeichnete. An den Staatssekretär richtete Hausmann zum Abschluss die Bitte, das Land möge die Selbstverwaltung der Kommunen beachten. „Das Führen am goldenen Zügel war nicht immer gut“, sagte er.

Hintergrund

Die Freiherr-vom-Stein-Plakette wird als höchste Auszeichnung des Landes Hessen für den Einsatz für die kommunale Selbstverwaltung überreicht. Kommunale Gebietskörperschaften wie Personen werden seit 1956 mit der nach dem Wegbereiter der Reform der kommunalen Verwaltung benannten Plakette geehrt.

In Arolsen war dies zuerst am 14. September 1968 Altbürgermeister Karl Emde, 1984 wurde die ehemals selbstständige Stadt Mengeringhausen im Rahmen der 750-Jahr-Feier geehrt. Am 13. November 1987 bekam der langjährige Stadtrat Paul Plüntsch die Auszeichnung als bisher letzter Arolser Kommunalpolitiker.Im vergangenen Jahr wurde die Plakette nur elfmal verliehen. (ah)

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