Geburtstagsfeier musste abgesagt werden

Gedanken auf Leinwand: Dekan i.R. Gerlach ist auch mit 80 Jahren sehr kreativ

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Seine Bilder sind sein Markenzeichen: Dekan i.R. Heinz Gerlach wird heute 80. Seine Bilder beschäftigen sich mit modernen Themen wie den Folgen der Digitalisierung. 

Heinz Gerlach, der frühere Dekan des Kirchenkreises der Twiste, begeht heute seinen 80. Geburtstag.

Bad Arolsen. Zu den bemerkenswerten Eigenschaften des engagierten Kirchenmannes gehört seine Kunstfertigkeit. Schon immer drückte er seine Gedanken zu aktuellen Themen und Ereignissen in Kunst aus. Dabei waren seine Ausdrucksformen stets sehr vielfältig. Gerlach schreibt, singt, malt und gestaltet Plastiken. Sein jüngstes Bild ist dem Coronavirus gewidmet, wie er es nennt.

Gerlach stammt aus Marburg. Nach dem Abitur an der Waldorfschule studierte er Theologie und heiratete seine Frau Lydia. Gemeinsam bauten sie die neue Emmausgemeinde in Marburg-Richtsberg auf.

Buch über die Kirchen im Kirchenkreis der Twiste

Unter seiner Ägide wurden zwei Gemeindezentren errichtet. Schwerpunkt in der jungen Neubau-Gemeinde waren lange Jahre die Kindergottesdienste.

Gerlach verfasste Bücher zur Ausbildung von Mitarbeitern im Kindergottesdienst sowie viele Schriften und Handreichungen für Pfarrer. All diese Texte wurden im Verlag von Lydia Gerlach bundesweit verbreitet.

1992 wechselte das Paar in den Kirchenkreis der Twiste. Ihren ersten Urlaub nutzten sie für eine Rundreise durch alle Gemeinden. Daraus entstand eine reichlich bebildertes Dokumentation über die Kirchen im neuen Wirkungskreis von Dekan Gerlach.

Pädagogischer Ansatz treibt ihn an

Der ökumenische Kirchenkreisbrief, der seit vielen Jahren über kirchliche Termine und Anliegen informiert, geht auf seine Initiative zurück, weil ihm die Ökumene stets am Herzen lag.

Auf Bitten des damaligen Bad Arolser Bürgermeisters Gerhard Schaller stellte Gerlach die Weichen für die Gründung des kirchlichen Zweckverbands der evangelischen Kindertagesstätten, der seitdem stetig gewachsen ist und inzwischen auch die Kindergärten in Volkmarsen und Twistetal umfasst.

Entscheidend hierfür war für ihn der pädagogische und christliche Ansatz: Weihnachten ist mehr als Tannenbaum und Ostern mehr als Osterhase.

Für das Zusammenwachsen der vier Kirchenkreise in Waldeck-Frankenberg stellte er früh die Weichen mit seinem Einsatz für den Zweckverband für Diakonie.

Zahlreiche Ausstellungen in der Stadtkirche gestaltet

Im Jahr 2001 wurde Gerlach nach 34 im Dienst in der evangelischen Landeskirche von Kurhessen-Waldeck und nach neun Jahren an der Spitze des Kirchenkreises der Twiste in den Ruhestand verabschiedet.

Auch danach blieb Gerlach seiner Kirchengemeinde Bad Arolsen treu. Immer wieder übernahm er Vertretungen, schrieb und gestaltete Kunstwerke. Schon oft waren seine Werk bei Ausstellungen in der Stadtkirche zu sehen. Dabei suchte Gerlach stets das Gespräch mit den Betrachtern seiner Bilder. Seine jüngste größere Ausstellung beschäftigte sich 2019 mit den Auswirkungen der Digitialisierung auf den Menschen.

Gedanken zum Corona-Virus in Bildsprache übersetzt

Dekan i.R. Heinz Gerlach hat natürlich auch  seine eigene Art, sich mit dem Corona-Virus auseinanderzusetzen. Gerlach malt und bringt dabei seine Sorgen und Hoffnungen zum Ausdruck, Sein jüngstes Corona-Bild zeigt die Viren unter dem Regenbogen. 

Gedanken zum Corona-Virus in Bildsprache übersetzt.

Dem gegenüber stehen all die von Menschen gemachten Dinge, die nun nicht mehr stattfinden können. Grenzen sind geschlossen. Fußballstadien leer, Flugzeuge bleiben am Boden. In der Mitte zwei Hände, getrennt durch eine Mauer. Gerlach: „Es klingt paradox: Die Ansteckungsgefahr zwingt zur Abschottung als aktuelles Gebot der Nächstenliebe.“ Der Regenbogen als Zeichen Gottes solle dagegen Mut machen in schwerer Zeit.

Alle Feiern sind wegen der Corona-Gefahr abgesagt

Seinen Geburtstag muss Gerlach ohne seine vor zweieinhalb Jahren verstorbenen Lydia begehen. Alle Feiern sind wegen des Virus abgesagt. Die erwachsenen Kinder können nicht aus Heidelberg und Kassel anreisen.

Umso herzlicher die guten Wünsche der Waldeckischen Landeszeitung.

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