Eröffnung der alten Kohlgrunder Kirche im Hessenpark

Gemeinden feiern Aufbau

Bad Arolsen / Diemelstadt - Voll besetzt war die alte Kohlgrunder Kirche, als sie im Hessenpark Neu-Anspach nach dem Wiederaufbau eröffnet wurde.

Von Pfarrerin Silke Kohlwes

Der ehemalige Kohlgrunder Pfarrer Gräbe hätte seine wahre Freude gehabt! Ist uns aus dem Jahr 1836 eine Beschwerde über die mangelnden Besuche der Gottesdienste in Kohlgrund überliefert, so war davon anlässlich der Eröffnung der alten Kohlgrunder Kirche im Hessenpark definitiv nichts zu spüren.

Ganz im Gegenteil: Über 100 Gemeindeglieder aus Kohlgrund, Neudorf, Helmighausen, Hesperinghausen und der Umgebung hatten sich schon morgens um 8 Uhr mit zwei Reisebussen auf den Weg gemacht, um die Eröffnung der alten Kohlgrunder Kirche mit einem feierlichen Erntedankgottesdienst zu begehen, bei dem die alte Kohlgrunder Kirche (gespielt von Pfarrerin Silke Kohlwes) im Gespräch mit den Kirchenvorstehern Renate Biller und Jürgen Ollermann aus ihrem bewegten Leben erzählt hat und die ebenfalls mit angereisten Bläserinnen und Bläser des Helmighäuser Posaunenchores unter der Leitung von Martin Hollenstein die gute Akustik des „neuen“ alten Kirchenraumes unter Beweis stellen konnten.

Nach ihrem Abbau im Jahr 1971 hatte die alte Kohlgrun­der Fachwerkkirche, deren Sanierung seinerzeit gegenüber einem Kirchenneubau als zu teuer eingeschätzt worden war, über 20 Jahre lang im Depot des westfälischen Freilichtmuseums in Detmold gelagert, bevor sie nun im Hessenpark eine neue Heimat gefunden hat. Nach der Fertigstellung des Rohbaus folgte in den vergangenen zwei Jahren dann der Innenausbau, bei dem Dr. Ralf Nitschke, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Hessenparks, und sein Team in mühsamer Arbeit und mit ganz viel Liebe zum Detail den Originalzustand der 50er-Jahre wiederhergestellt haben.

Den alten Ofen konnten wir anlässlich der Eröffnung genauso bewundern wie den unterschiedlich hohen Fußboden, die alte Kanzel, auf der man wegen ihres maroden Bodens lieber keine Freudensprünge machen sollte - auch wenn uns durchaus danach zumute war -, die noch auf Putz verlegten Leitungen sowie die „Kinderempore“, auf der schon Kohlgrunds heutiger Ortsvorsteher Heinrich Kaune seinerzeit Platz genommen hatte, woran er sich in seinem Grußwort genauso schmunzelnd erinnerte wie an so manches Nickerchen dann später auf der Männerempore...

Am 7. Oktober allerdings war er hellwach und zusammen mit uns allen ganz begeistert von dem besonderen Charme der alten Kohlgrunder Fachwerkkirche mit ihren wunderschönen Malereien und ihrer auch sonst sehr gelungenen Farb- und Raumgestaltung.

Und so haben wir nach dem Erntedankgottesdienst, in dem wir nicht nur für die diesjährige Ernte, sondern auch für den Wiederaufbau der Kohlgrunder Kirche im Hessenpark danken konnten, schon mit etwas Wehmut unser schönes altes Kirchlein wieder verlassen.

400 Jahre

Bei herrlich sonnigem Herbstwetter konnten wir den Tag mit einem Rundgang über den Herbstmarkt beschließen, bevor wir wieder Richtung Heimat aufgebrochen sind - mit dem festen Vorsatz im Gepäck: Zum 400. Geburtstag unserer alten Kohlgrunder Kirche im nächsten Jahr kommen wir wieder!

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