Landauer Gruppe Bellicum Montanum stellt Kriegsgeschichte nach

Geschichte hautnah erlben

Bad Arolsen-Landau - Geschichtliche Ereignisse des Dreißigjährigen Kriegs werden durch den Verein Bellicum Montanum Landau 1630 seit 15 Jahren lebensecht dargestellt und erinnern an eine Zeit, die geprägt war von Trümmern, Plünderungen und Vertreibung.

Bad Arolsen-Landau. „Kriegerisches Bergvolk“ lautet die freie Übersetzung des Kunstbegriffes Bellicum Montanum Landau 1630. Der Name passt zu dem, was die Mitglieder darstellen möchten: Die Kriegsführung und Lebensweise des 17. Jahrhunderts zu Zeiten des Dreißigjährigen Kriegs. Vor 15 Jahren haben acht Männer den Verein gegründet. Geschichte aufarbeiten Die Gründer sind auch in der Schützengilde Landau aktiv und haben sich dort bereits intensiv mit dem Dreißigjährigen Krieg beschäftigt. Um die Thematik des Kriegs hervorzuheben und an das Leid, die Verwüstung und die Schlachten dieser Zeit zu erinnern, gründeten sie ihren eigenen Verein. Weiterer Anlass dafür war der 350. Gedenktag des Westfälischen Friedens zu Münster und Osnabrück von 1648. Mittlerweile hat der Verein 25 Mitglieder, die nicht nur aus Landau, sondern aus verschiedenen Regionen Deutschlands kommen. Das Streben nach Authentizität charakterisiert den Verein, denn der Krieg wird in ihren Darstellungen nicht verherrlicht. Originalgetreu sind auch die Kostüme der Mitwirkenden. Jeder hat seine private Ausrüstung selber organisiert und nach dem Abbild der Bekleidung des 17. Jahrhunderts schneidern lassen. Das Wissen über die Kostümierungen der Zeit, über Waffen und das Leben als Söldner haben sich die Mänr hauptsächlich durch Fachliteratur oder anhand von Gemälden angeeignet. Der Verein besitzt nicht nur tolle Kostüme, sondern auch eine eigene Kanone, Zelte und Waffennachbildungen und ist somit für Schlachtinszenierungen gerüstet. Geselligkeit Auch Individualität und Geselligkeit prägen den Verein und lassen sich gut miteinander vereinbaren. Die Mitglieder können ihre Kriegsdarstellungen individuell gestalten und nehmen auf verschiedensten Vereinsfahrten am geselligen Lagerleben teil. Sie folgen Einladungen nach ganz Deutschland und auch ins Ausland. So fahren sie bis nach Holland, um am Historienspektakel „Schlacht um Grolle“ mit mehr als 1000 Akteuren mitzuwirken. „Dann taucht der ganze Ort in eine vergangene Zeit ein, und alle Einwohner wirken bei dem Schauspiel mit“, erklärt Bellicum Montanum-Sprecher Gerd Trotte. Historischer Boden Im Harz besuchen die Landauer schon seit dem Gründungsjahr des Vereins das historische Sehusa-Fest in Seesen, und seit über zehn Jahren beteiligt sich der Verein auch aktiv am Korbacher Mittelaltermarkt. „Wir bewegen uns auf historischem Boden“, bringt es Ralph Busch auf den Punkt. Bellicum Montanum war dieses Jahr besonders aktiv. Höhepunkte des Jahres waren die Fahrten zu der Festung Königstein oder nach Lützen bei Leipzig. In Lützen haben sie ihre Zelte auf einem Gelände aufgeschlagen, auf dem vor 380 Jahren eine Schlacht tobte. An dieser Stelle ist 1632 König Gustav Adolf von Schweden gefallen. Dieser ziert auch das Wappen des Vereins, das auf den T-Shirts der Geschichtsfreunde zu sehen ist. Für Pfingsten 2014 planen die Vereinsmitglieder bereits ein eigenes Fest. Zu einem Heerlager in Landau sind befreundete Vereine eingeladen, aber auch alle anderen Interessierten sind willkommen. Stammtisch „Um den Verein zusammenzuhalten, treffen wir uns bei monatlichen Stammtischen zur geselligen Pflege des Brauchtums. Wir nehmen jeden freundlich auf und geben gerne Informationen.“, so Christof Hollenstein, erster Feldhauptmann.Für nähere Informationen: Telefon 0173/2955566 und Inernetseite www.bellicum-montanum.de . (lea)

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