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Goethe-Plakette für Dr. Birgit Kümmel

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Von: Elmar Schulten

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Zwei Frauen stehen neben einer Goethe-Büste aus der Werkstatt von Christian Daniel Rauch.
Mit der Goethe-Plakette des hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst hat Kulturstaatsministerin Angela Dorn (rechts) die langjährige Museumsleiterin Dr. Birgit Kümmel ausgezeichnet. © Elmar Schulten

Die langjährige Leiterin des Museums der Stadt Bad Arolsen und Vorsitzende des Museumsverbandes Hessen, Dr. Birgit Kümmel, ist von Wissenschafts- und Kunstministerin Angela Dorn mit der Goethe-Plakette ausgezeichnet worden, der höchsten Auszeichnung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst.

Bad Arolsen - Als gute Netzwerkerin habe sie es geschafft, Christian Daniel Rauch, den großen Sohn der Stadt Bad Arolsen in seine Heimat zurückzuholen, freute sich Bürgermeister Marko Lambion bei dem Festakt Rauch-Museum. Kein anderer Ort sei wohl besser geeignet, Dr. Birgit Kümmel für ihren unermüdlichen Einsatz um die Arolser Museumslandschaft zu danken.

Dr. Kümmel sei es stets ein Anliegen gewesen, die Kunst mit den Menschen zusammenzubringen, stellte die Ministerin fest und so sei es ihr gelungen, das Christian-Daniel-Rauch-Museum zu einem Schmuckstück unter den Museen in Hessen und ganz Deutschland zu verwandeln.

Einzigartige Museumslandschaft in Bad Arolsen

Alles habe 1990 mit der von Dr. Kümmel konzipierten Barockausstellung „Indessen will es glänzen“ angefangen . Mit ihrer beharrlichen Art, sich für Projekte einzusetzen habe sie dann 1993 die Leitung der einzigartigen Museumslandschaft in Arolsen übernommen.

Es sei damals ein richtungsweisendes Gemeinschaftsprojekt des Landes Hessen und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz gewesen, die Rauch-originale aus Berlin nach Berlin zu holen und dem Marstall eine neue Bestimmung zu geben.

Mehr als nur ein Sahnehäubchen

Neben der Idee, die im Zusammenspiel mit dem damaligen Bezirkskonservator Dr. Michael Neumann entstand, seien auch Durchsetzungsvermögen und viel Herzblut nötig gewesen. Doch der Erfolg habe sich vergleichsweise schnell eingestellt. Inzwischen seien allein 800.000 Euro des Landes Hessen in die Arolser Museen geflossen. Das Geld sei hier gut angelegt.

Der Landesregierung sei bewusst, dass Kunst und Kultur keine Sahnehäubchen seien, die man sich nur in guten Zeiten leisten könne. Kunst und Kultur seien wichtig für die Menschen und zur Stärkung der Demokratie.

Auch die jüngere Geschichte muss aufgearbeitet werden

Das werde nicht zuletzt an dem von Dr. Kümmel mit aufgebauten Museum „Historicum 20“ deutlich, in dem die Geschichte der Arolser Innenstadtkaserne aufgearbeitet werde.

Auch nach ihrer Verabschiedung in den Ruhestand setzt sich Dr. Birgit Kümmel für den Erhalt und das Bewahren von Kunst und Kultur ein: Seit 2018 ist sie Vorsitzende des Hessischen Museumsverbandes. Außerdem leitet sie ehrenamtlich das Frankenberger „Museum im Kloster“.

Viele große Projekte im Museumsverband

„Ihre ruhige, diplomatische und abwägende Art ist eine Bereicherung für unsere gemeinsamen Bemühungen, die hessische Museumslandschaft voranzubringen“, stellte Ministerin Dorn anerkennend fest. Unter Dr. Kümmels Führung baute der Museumsverband seine digitalen Angebote aus, von Veranstaltungen bis hin zu Online-Sprechstunden für die Museumsbeschäftigten. Auch beim Thema Provenienzforschung erreichte sie mit dem Museumsverband wichtige Meilensteine – zum Beispiel eine Beratungsstelle zu diesem Thema für nichtstaatlichen Museen.

Dr. Birgit Kümmel, Jahrgang 1958, hat Kunstgeschichte, neuere Geschichte, christliche Archäologie und Volkskunde in Heidelberg und Marburg studiert. 1993 wurde sie Museumsleiterin und ordnete die vielfältige Arolser Museumslandschaft mit Rauch-Geburtshaus, Barockpalais Schreiber und dem Haus der Malerfamilie Kaulbach komplett neu.

Dank an die vielen ehrenamtlichen Helfer

Der frühere Bürgermeister Gerhard Schaller nutzte die Gelegenheit, um an die Einrichtung des Rauch-Museums 2002 zu erinnern. Damals habe Wissenschaftsministerin Ruth Wagner das Museumsprojekt wohlwollend unterstützt. Gemeinsam sei es vielen Helfern gelungen, aus einem fürstlichen Pferdestall ein Kunstwerk zu machen. Die Stiftung des fürstlichen Hauses verzichtete damals auf die weitere Nutzung des historischen Gebäudes gegenüber dem Residenzschloss.

In ihrem Schlusswort stellte Dr. Birgit Kümmel dankend fest: „Ich habe das hier sehr gerne gemacht.“ Bei allen Projekten hätten die vielen ehrenamtlichen Helfer des Museumsvereins tatkräftig mitgeholfen. (Elmar Schulten)

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