Der Geruch von Öl lag in der Luft

Goggo-Treffen auf dem Arolser Schlosshof: Kleine Flitzer ganz groß

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Treffen der Glas-Freunde auf dem Schlosshof: Der Autobauer Glas aus Dingolfing hat das Goggomobil entwickelt und nach der Fusion mit BMW flotte Roadster entwickelt. 

Bad Arolsen Der Geruch von Motorenöl lag in der Luft, als am Pfingstsonntag mehr als 100 süße, kleine Goggomobile ganz ordentlich in Reih und Glied aufgestellt vor dem Residenzschloss parkten. Große Jungs mögen sich an ihre Jugend und das Spiel mit Matchboxautos erinnert gefühlt haben, doch der Ölgeruch war echt.

Deshalb lag auch unter jedem kleinen Oldtimer ein großes Stücke Pappe zum Auffangen möglicher Tropfen. So rücksichtsvoll war die Fahrer der über Jahrzehnte liebevoll gepflegten Flitzer aus dem Haus Glas.

Hans Glas hatte in den 50er Jahren in Dingolfing eine Fabrik für landwirtschaftliche Sämaschinen und dann irgendwann begonnen, bezahlbare Automobile für jedermann herzustellen. Seine Modelle waren sehr erfolgreich. 

Nach dem kleinen Goggo gab es schicke Cabrios, praktische Lieferwaren und später auch schicke Acht-Zylinder-Sportcoupés. 1967 Jahren erfolgte die Fusion mit den Bayerischen Motorenwerken BMW. Heute ist das BMW-Werk in Dingolfing mit etwa 8000 Beschäftigten das größte in Deutschland.

An diese Entwicklung erinnern die Freunde der Glas-Automobile, die sich über Pfingsten in Bad Arolsen zu ihrer Jahrestagung trafen. Nach den Regularien im Welcome-Hotel ging es raus auf die Straße zur großen Waldeck-Ausfahrt.

 Der 1975 gegründete Glas-Automobilclub International hat heute über 1000 Mitglieder in 22 Ländern wie Australien, USA oder Japan, in Südamerika und Europa. Damit die Fahrzeuge weiter fahren können, hat der Club die Ersatzteilversorgung übernommen. So ist sichergestellt, dass alle die Fahrzeuge aus Dingolfing noch viele Jahre auf der Straße sehen können.

Zur Firmengeschichte

1951 entwickelte die Firma Glas den Goggoroller, von dem bis 1954 etwa 50.000 Stück verkauft wurden. 1955 kam das Goggomobil auf den Markt. Es avancierte zum erfolgreichsten Kleinwagen der 1950er Jahre. Über 280.000 Stück wurden bis 1969 verkauft. 

Das Goggomobil wurde als Limousine, als Coupé und als Transporter, hauptsächlich für die Post, hergestellt. 1957 folgte der geräumigere Isar mit 600 bis 700 Kubikzentimeter Hubraum in einem Zwei-Zylinder-Boxermotor. 

Die geniale Erfindung kam 1961 mit dem 1000-ccm-Motor mit Zahnriemenantrieb der Nockenwelle. Zusammen mit einer neuartigen Kipphebelwellenführung war der gesamte Antrieb kostengünstig und auch zuverlässig.

Der moderne Motor mit Alu-Querstromzylinderkopf war die Basis für alle weiteren Motoren der Firma Glas. Das Konzept mit Zahnriemenantrieb war neuartig. Er wird heute noch bei vielen Automarken eingesetzt.

Schicke Fotos von schicken kleinen Autos: Goggomobile auf dem Arolser Schlosshof

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