Prozessbeginn am Landgericht

Große Menge Drogen in einer Garage in Bad Arolsen gelagert

Landgericht Kassel mit Polizeiauto
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Landgericht Kassel mit Polizeiauto

Ein Bad Arolser muss sich vor dem Landgericht Kassel wegen Drogenhandels verantworten.

Kassel – Pfundweise Kokain, literweise Amphetaminöl, zenterweise Marihuana und Haschisch: Mit kleinen Mengen Drogen hat sich ein 40jähriger Mann aus Bad Arolsen offenbar nicht aufgehalten, der die Betäubungsmittel in der Garage seiner ahnungslosen Eltern gelagert haben soll.

Das sagt der Angeklagte

Wegen Drogenhandels muss sich seit Montag der gebürtige Bochumer vor der 11. Strafkammer des Kasseler Landgerichts verantworten. Der geständige Angeklagte sitzt derzeit in der Justizvollzugsanstalt Kassel in Untersuchungshaft. Laut Anklage soll er mit den Betäubungsmitteln über 590 000 Euro erzielt haben. Das Geld wird eingezogen.

Staatsanwalt Johannes Dietrich beschrieb in seiner Anklage, welche Preise der Arolser bei seinen Abnehmern erlöste: Das Kilo Amphetamin schlug danach mit 1000 Euro, ein Kilo Marihuana mit 4800 Euro zu Buche.

Nachrichten entschlüsselt

Für ein Kilo Haschisch erlöste der Angeklagte rund 4000 Euro, Kokain verkaufte er zum Preis von bis zu 38 Euro pro Gramm und ein Liter Amphetaminöl, der dann mit fünf Litern Alkohol gestreckt wurde, ging für 1600 Euro an den Käufer aus Nordrhein-Westfalen. Vor Gericht zeigte sich der Angeklagte ausgesprochen kooperativ.

Mit seinem Lieferanten und dem Hauptabnehmer habe er über zwei sogenannte Kryptohandys kommuniziert.

Umgerüstete Handys

Hintergrund: Tausende dieser Kryptohandys, die den Nutzern angeblich nicht zu entschlüsselnde Gespräche und Nachrichten ermöglichen sollten, hatte die Polizei mit Hilfe des amerikanischen FBI in die kriminelle Szene der Bundesrepublik eingeschmuggelt.

Tatsächlich waren die Handys aber mit versteckten Programmen umgerüstet worden, die der Polizei das Mithören und - lesen ermöglichten.

Namen freimütig genannt

Entsprechend sind der Polizi auch die Namen der Lieferanten und Abnehmer der Drogen bekannt, die vom Angeklagten auch freimütig genannt wurden. Gegen sie wird gesondert ermittelt.

Auf Befragen von Richter Dr. Senger räumte der Angeklagte ein, die Drogen auch selbst konsumiert zu haben. Dabei habe er auch die Qualität der Betäubungsmittel testen können, die in der Regel gut gewesen sei.

Fortsetzung vor Gericht

Die Verhandlung wird am Mittwoch, 1. Dezember, fortgesetzt. Dann soll ein psychiatrischer Sachverständiger sein Gutachten erstatten.

Anschließend folgen die Schlussvorträge von Anklage und Verteidigung, bevor das Gericht sein Urteil fällen wird. Die Verhandlung beginnt um 9 Uhr in Saal E 218. (Thomas Stier)

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