Beschluss der Stadtverordneten verschieben

Für "große" Umgehung Wetterburg nachhaken

Der Bau einer Umgehungsstraße für Wetterburg wird in den städtischen Gremien diskutiert. Foto: Armin Haß

Ein Beschluss über den Bau einer nördlichen Umgehungsstraße von Wetterburg wird verschoben. Bürgermeister Jürgen van der Horst soll mit dem Land und Hessen Mobil über die Chancen zur Entlastung der Kreisstraße 7 nachverhandeln.

Das hat eine Mehrheit des Ausschusses für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung beschlossen. Für diese, durch das Arolser Holz führende Trasse besteht nach Aussage von Hessen Mobil wegen negativer Auswirkungen auf Mensch und Natur keine Aussicht auf Planungsrecht.

"Das wäre eine Katastrophe"

„Wir wollen eine Komplettlösung“ brachte es Reiner Freudenstein (SPD) auf den Punkt. Nach Einschätzung seines Fraktionskollegen Eberhard Eckhardt werde bei der Stadtverordnetensitzung in der kommenden Woche keine Mehrheit für eine Umgehungsstraße geben: „Das wäre eine Katastrophe.“

Nur eine Nord-West-Umgehung sei sinnvoll. Daher sollten Landrat Dr. Reinhard Kubat und der frühere Erste Kreisbeigeordnete und heutige Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Jens Deutschendorf, an ihre Zusagen für ein solches Projekt erinnert werden.

An Zusagen erinnern

Die Politik sei nun gefragt, und die Chancen dafür seien gut. Bürgermeister van der Horst solle beauftragt werden, die notwendigen Gespräche zu führen.

Zuvor hatte der Rathauschef dafür geworben, wenigstens einer Umgehung der Landesstraße 3080 zuzustimmen, sonst werde das bestehende Kommunale Interessenmodell (KIM) mit Landkreis und Land beende und bestünden dann keine Aussichten mehr für eine Umgehungsstraße. 

Das erbrachte die Abstimmung 

Van der Horst sieht noch Chancen für eine Umfahrung der K 7. So habe sich nach den Windwürfen die Lage im Arolser Holz geändert. Das Schutzgut „Mensch“ planerisch zu hoch bewertet: So bestehe selbst laut Schön Klinik keine Relevanz. „Mit langem Atem lässt sich etwas bewegen“, sagte der Bürgermeister.

Die Abstimmung im Ausschuss über den Vorschlag der SPD erbrachte dieses Ergebnis: Vier Stadtverordnete votierten dafür, drei enthielten sich und eine lehnte die Empfehlung ab.

Die zur Debatte Ortsumgehung Wetterburg ohne Umfahrung der Kreisstraße 7 wird von der Mehrheit im Ausschuss kritisch bewertet. „Das ist keine richtige Ortsumgehung ohne Entlastung der K 7“, sagte Ralf Schüttler (CDU). 

Interessen von Bad Arolsen wahren

Einem Arolser Stadtverordneten müsse es auch darum gehen, dass die Kernstadt durch eine Nordumgehung Wetterburg nicht mehr belastet werde, sagte Jürgen Säuberlich (FDP), zugleich Anlieger der Wetterburger Straße. Anwohner kritisieren das Projekt. 

Indessen erklärten Säuberlich und Heinz Lösekamm von der Wetterbürger Bürgerinitiative für eine Umgehungsstraße nach der Sitzung gegenüber der WLZ, dass sie mit der Empfehlung des Ausschusses einverstanden seien, bei Land, Landkreis und Hessen Mobil einen weiteren Vorstoß für eine Entlastung auch der K 7 zu unternehmen. 

Alternativen zur Umgehung 

Eine solche Planung wäre erstrebenswert, sagte Ausschussvorsitzender Elmar Kottenstede (FWG/OL). Er appellierte an die Bürgerinitiativen, zu einem ruhigen Ton in der Diskussion zu kommen. Die Grünen-Stadtverordnete Annegret Böhringer war zuvor durch anwesende Wetterburger Bürger lautstark unterbrochen worden, als sie die Ablehnung einer Umgehungsstraße begründete.

 „Ich weiß, was das für Anlieger bedeutet, wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht.“ Stattdessen schlug sie Tempo 30, den Einbau von dreifach verglasten Fenstern und von Flüsterasphalt auf der L 3080 vor. Zudem bezeichnete sie es als „nicht verständlich, dass eine Trasse durch das Wetterholz, mit der wenigstens der Schwerverkehr herausgenommen werden könnte, nicht weiter verfolgt wird.“ Die war nach Prüfung von Hessen Mobil wegen der geringen Entlastung verworfen worden.

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