Feldholzinseln bereichern Külter Feld

Grüne Inseln in der Feldflur

Für seinen Einsatz bei der Einrichtung der Feldholzinseln wurde Rudolf Tschentscher in den Mittelpunkt gestellt: (v.l.) Petra Ladage, Schriftführerin der Hegegemeinschaft, Franky Gysen, Rehwildsachkundiger, Christian Ladage, Gemeinschaftsmitglied, mit einer Wüstenbussard-Dame, Bürgermeister Hartmut Linnekugel, Rudolf Tschentscher, Initiator der Wild-Ruhezonen, Walter Scherf, Jagdgenossenschaftsvorsitzender, Förster a.D. Rolf Dornseif und Dr. Dingel, Flächenanrainer. Foto: ugy

Volkmarsen - Eine deutliche Bereicherung für das einst ausgeräumte Külter Feld stellten Bürgermeister Hartmut Linnekugel, Jagdgenossen und Mitglieder der Hegegemeinschaft Volkmarsen-Landau bei der Besichtigung der Flächen in den „Behrender Wiesen“ und am „Drengsgraben“ fest.

Die ökologisch wertvollen Feldholzinseln, die als die Wildberuhigungs-Zonen wirken, gehen auf das Engagement von Rudolf Tschentscher zurück, wie der Rehwildsachverständige Franky Gysen anerkennend feststellte.

Bis in die 1990-er Jahre war das Külter Feld eintönig und ausgeräumte Feldflur. Das Areal wurde intensiv zum Anbau von Feldfrüchten genutzt. Nur einzelne Hecken waren geblieben und boten kaum Schutz und Lebensraum für Wildtiere.

Die Hegegemeinschaft, ein Zusammenschluss von Landwirten und Förstern, Jägern und Anglern, plante 1993 eine natürlichere Gestaltung der Landschaft. Torsten Schilling vom Forstamt Diemelstadt erstellte für diese Vereinigung ein Lebensraum-Gutachten.

Daraus ergab sich, dass Pflanzen-Inseln, bestehend aus einheimischen Sträuchern und Bäumen, zu einer markanten Verbesserung des Lebensraumes für große und kleine Wildtiere führen würden.

Rudolf Tschentscher, Vorsitzender der Hegegemeinschaft, informeirte sich bei der Stadtverwaltung Volkmarsen, welche Flächen für eine Aufwertung infrage kämen. In den Behrender Wiesen hatte ein Volkmarser Pinselhersteller über lange Jahre Schweineborsten deponiert.

Danach war der Acker nicht mehr landwirtschaftlich genutzt worden und stand zur Verfügung. Unter der Federführung von Tschentscher, tatkräftig unterstützt von den Förstern a.D. Rolf Dornseif und Willi Kaiser und dem Jäger Edmund Mauser, wurde 1997 die erste Feldholzinsel im Külter Feld auf diesem Land angelegt. Die zweite Feldholzinsel entstand 1998 an Drengsgraben.

Inzwischen stellen die Pflanzungen dauerhafte grüne Inseln dar und die Mosaike aus heimischen Pflanzen bieten einen schönen Anblick. Rehe und Wildschweine nutzen die Flächen gern als Einstand.

Kleine Wildtiere, die auf intensiv vom Menschen genutzten Flächen ständig gestört werden, haben jetzt einen neuen Lebensraum.

Eine dritte Feldholzinsel wurde im vergangenen Jahr am Külter Kleekopf angelegt. Die Jugendfeuerwehren der Stadt hatten die Aktion mit ihrem jährlichen Umwelttag verbunden und waren sehr engagiert beim Einrichten der neuen Fläche. In wenigen Jahren befindet sich auch dort ein wertvoller Rückzugsort für Wildtiere.

Bürgermeister Linnekugel würdigte das Engagement der Hegegemeinscahft. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit vor 17 Jahren sei Tschentscher auf ihn zugekommen. „Er hatte immer eine Art, einen mitzunehmen, auch wenn man glaubte, gerade eine andere Aufgabe erledigen zu müssen“, lobte der Rathauschef die gelungene Zusammenarbeit von Landwirten, Jägern und Kommune.

Für Rudolf Tschentscher hatte der Bürgermeister als Anerkennung für dessen besonderen Einsatz ein Präsent mitgebracht. Gysen bedankte sich beim Bürgermeister dafür, dass er für die Belange der Hegegemeinschaft stets ein offenes Ohr habe.

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