„Das kleine Gespenst“ und „Graf Dracula“ werden in Twiste aufgeführt

Grusel-Stücke auf Waldbühne

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Wer versetzt die Menschen von Eulenstein in Angst und Schrecken? Das kann nur das kleine Gespenst sein (auf unserem Bild Sarah-Luisa Röhle), das ab dem 30. Juni sein Unwesen auf der Freilichtbühne Twiste treiben wird.

Twistetal-Twiste - Auf der Twister Freilichtbühne wird es in diesem Sommer gar gruselig ?zugehen. Neben dem „Kleinen Gespenst“ gibt sich abends Graf Dracula die Ehre im Bachteringhäuser Tal.

Damit beide Herrschaften standesgemäß residieren können, plant das Bühnenteam, die vorhandenen Kulissen komplett umzubauen, wie Vorsitzender Theo F. Berlitz bei der ersten Außenprobe am Ostermontag erklärte. An zentraler Stelle soll demnächst „Burg Eulenstein“ die Blicke der Zuschauer auf sich ziehen, um sich bei abendlichem Fackellicht in „Schloss Dracula“ mit angrenzendem Friedhof zu verwandeln.

Wegen des anhaltenden Winterwetters konnten die Arbeiten allerdings noch nicht begonnen werden. „Die Zeit rennt uns ein bisschen davon“, erklärte „Dracula“-Regisseur Jörg Dreismann, der ebenso wie die Kinderstück-Regisseure Karl-Heinz Röhle und Volker Hansmann schon kräftig in die Proben eingestiegen ist. Am 29. Juni feiert „Dracula“, am 30. Juni „Das kleine Gespenst“ sei-ne Freilichtbühnen-Premiere.

Zwischen fünf und 55

Besonders beim „Kleinen Gespenst“ sind wieder alle Twister Schauspieler-Generationen vertreten, „von 5 bis 55 Jahren“, wie Röhle berichtet. Bereits vor zehn Jahren hat der erprobte Regisseur das Stück nach Otfried Preußler schon einmal auf die heimische Bühne gebracht. „Viele sind damals schon dabei gewesen“, weiß Karl-Heinz Röhle.

Kleines Gespenst

Die freche Geschichte ist natürlich die gleiche geblieben: Seit vielen hundert Jah-ren spukt auf Burg Eulenstein ein kleines weißes Nachtgespenst. Wenn die Rathausuhr Mitternacht schlägt, schwebt es aus seiner Truhe und vertreibt sich die Zeit mit allerlei Späßen, bis es pünktlich um ein Uhr nachts wieder verschwindet. Doch manchmal wünscht es sich, die Welt auch einmal bei Tage zu erleben. Eines Tages wacht das kleine Gespenst durch einen Zufall um zwölf Uhr mittags auf. Durch das Sonnenlicht färbt es sich schwarz und versetzt nun als vermeintliches „Ungeheuer“ die Einwohner des Städtchens in Aufruhr…

Musical geplant

„Das kleine Gespenst“ stand 1967 auf der Auswahlliste zum Deutschen Jugendbuchpreis. Es ist auch heute noch eines der bekanntesten und beliebtesten Werke des im vergangenen Februar verstorbenen Kinder- und Jugendbuchautors Otfried Preußler, der in diesem Jahr am 20. Oktober seinen 90. Geburtstag gefeiert hätte. Auf der Freilichtbühne Twiste wird „Das kleine Gespenst“ als Musical mit fröhlich-frechen und wehmütigen Melodien seine kleinen und großen Zuschauer verzaubern und in seinen Bann ziehen. Die Musik stammt von Bernd Stallmann. Einstudiert werden die Songs mit der Bad Arolserin Melanie Friedrich, die bereits einige Singproben für die jungen Darsteller angesetzt hat.

Schaurig

Weniger zum Lachen, dafür umso schauriger soll es bei den Abendvorstellungen des „Dracula“ zugehen. Um die richtige Stimmung zu erzeugen, wird das Stück mehrfach erst um 21 Uhr beginnen. „Damit die zweite Hälfte im Dunkeln spielt“, wie Jörg Dreismann erklärt. Eng an der literarischen Vorlage von Bram Stoker orientiert, soll die Inszenierung jedoch über bloße Gruseleffekte hinausgehen. „Es wird keine Schwarzweißmalerei betrieben. Ich wünsche mir, dass man Dracula auch ein bisschen ins Herz schließt“, sagt der Regisseur.

Gänsehaut

Doch ganz ohne Gänsehaut soll und wird es bei der be-kannten Geschichte dennoch nicht abgehen. Vier Wochen vor der geplanten Hochzeit mit seiner Verlobten Mina reist der junge Assessor Jonathan Harker nach Transsilvanien, um einem gewissen Grafen Dracula ein altes Anwesen in der Nähe von London zu verkaufen. Bald merkt Jonathan, dass er ein Gefangener des Grafen ist. Letzterer reist nun per Schiff nach England und sucht die Bekanntschaft von Mina, die mit Familienmitgliedern und Freunden die Ferien verbringt.

Gentleman Dracula

Graf Dracula zeigt sich äußerst charmant, weltgewandt und vor allem den jungen Damen Mina und Lucy gegenüber als vollendeter Gentleman. Niemand ahnt, dass die mysteriösen und schrecklichen Vorfälle, die sich in dem ruhigen Ferienort Whitby häufen, mit ihm in Verbindung stehen.

Wahre Natur

Als Lucy von einer rätselhaften Krankheit befallen wird, ruft Dr. Seward, Leiter der benachbarten Irrenanstalt, seinen alten Freund Professor Van Helsing zu Hilfe. Als Wissenschaftler für übernatürliche Phänomene entdeckt dieser schließlich die wahre Natur des seltsamen Grafen, und nun beginnt eine spannende Jagd auf den Herrscher der Untoten.

„Nacht der Vampire“

Schaurig-Schönes ist auch vor der Bühne angesagt. Nach dem Erfolg der beiden „Italienischen Nächte“ der vergangenen Saison lädt die Freilichtbühne in diesem Jahr zur „Nacht der Vampire“ ein. Gaumenfreuden und Kleinkunst lassen sich beim Theaterbesuch an den Abenden des 20. Juli oder 17. August verbinden.

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