Julia Hagemann bei Soroptimistinnen

Gutes tun mit Comedy und Häppchen

Zu den 8. „Kulturhäppchen“ luden die Korbacher Soroptimistinnen in das Bürgerhaus Bad Arolsen ein. Unser Bild zeigt den Vorstand mit (von links) Beate Freitag, Präsidentin Karin Artzt-Steinbrink, Birgit Wieck, Sabine Ehringhausen, Renate Thuma und Christina Behringer mit der Künstlerin Julia Hagemann. Foto: Sandra Simshäuser

 Bad Arolsen. Ob die Waldecker tatsächlich Nachhilfe in Sachen Kultur brauchen? Auf Einladung des Soroptimist-Clubs Korbach gab Kabarettistin Julia Hagemann jedenfalls ihr Bestes, um etwaigen Bildungsmissständen in Nordhessen entgegenzuwirken.

So sah denn auch das Programm der achten Kulturhäppchen aus, die erstmals im Bad Arolser Bürgerhaus serviert wurden und bei dem die Gastgeberinnen mit mehr als 220 Gästen einen neuen Rekord aufstellten. Erst die Kultur, dann die Häppchen, gab Clubpräsidentin Karin Artzt-Steinbrink das Motto der Matinee vor.

Was bietet Julia Hagemann?

Das ließen sich die zumeist weiblichen Besucher gerne gefallen, auch wenn das hieß, dem exklusiven Büfett noch etwas länger entgegenfiebern zu müssen. Und zwar genau 50 Minuten, wie Julia Hagemann nicht ohne Boshaftigkeit mehrfach zwischen ihren Liedern und Comedybeiträgen erwähnte.

Die spannten sich von Essstörungen im Grimmschen Märchen über angenehm altmodisch anmutende Chansons („Seien Sie doch einfach mal genial!“) bis zu den hessischen Katastrophenlyriks. Genauer gesagt, musikalischen Limericks nach britischer Art, in den auch das Korbacher Schwimmbad gekonnt durch den Kakao gezogen wurde. „Also, wenn Ihnen das Spaß macht, dann sehe ich schwarz“, verkündete die Actrice, um erneut in die Tasten zu greifen. Zur Klaviermusik gab’s changierenden Gesang bis hin zur morbiden Koloraturarie und wahnwitzigen Zungenbrechertexten in der Manier eines jungen Heinz Erhardt.

So unterhält sie das Publikum

Kein Wunder, dass sich die Künstlerin wiederholt im eigenen Wortgewirr verhedderte. Dafür fand sie mit Rita Knobbe eine professionelle Pianistin für eine Mozart-Sonate, zu der Hagemann als giftmischende Putzfrau singend über die Bühne wirbelte.

Wenn auch die Arolser die Nachhilfe in Sachen Barockmusik nicht unbedingt gebraucht hätten: das Programm passe doch gut in die heimliche Kulturhauptstadt Nordwaldecks, befand Bürgermeister Jürgen van der Horst in seiner Ansprache.

Wofür ist der Erlös bestimmt?

Auch die heimische Karl-Preising-Schule profitiert von den kulturellen Häppchen der Soroptimistinnen, deren Erlös für das schulische Präventionsprojekt zur Vorbeugung sexuellen Missbrauchs bei Kindern mit Behinderungen bestimmt ist. (sim)

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