Neu-Bericher stellen den historisch einzigartigen Umzug ihres Dorfes nach

Habseligkeiten gut verstaut

+
Gekleidet wie die Bericher um die Jahrhundertwende präsentiert sich diese Gruppe vor dem Modell der Bericher Klosterkirche.

Bad Arolsen - Neuberich - Mit Sack und Pack sind die Bericher Siedler vor 100 Jahren vom Edersee in die Nähe von Wetterburg gezogen, wo man ihnen neues Land zugewiesen hatte. An diesem Umzug mit Pferdewagen wurde am Wochenende erinnert.

Los ging es am Sonntagmorgen am Bericher Gedenkstein am Edersee, wo Pfarrerin Sonja Rümpler die Pferde und ihre Reiter segnete. Dann setzten sich fünf Kutschen in Bewegung, etwa so, wie es vor 100 Jahren war, als sich die Bericher mit Pferdegespannen und Ochsenkarren auf den Weg in die neue Heimat machten. Damals nahmen sie sogar die wichtigsten Bauteile ihrer alten Klosterkirche mit.

Beim gestrigen Gedächtnisritt hatten die Bericher die komplette Kirche als Holzmodell auf einem Pferdewagen platziert. Auf einem weiteren Pferdeanhäger waren Möbel, Säcke voll Getreide und landwirtschaftliches Gerät verstaut.

So hatten die Zuschauer am Straßenrand und bei den Raststationen eine Menge zu sehen, als der stattliche Tross am Jagdschloss Selbach und an der Waldschmiede bei Volkhardinghausen Rast machte.

Hier wurden die Umzugsleute von einer Abordnung aus Neu-Berich überrascht, die sich in historischen Kleidern aus der Zeit der Jahrhundertwende in zwei Planwagen dem Zug anschlossen. Die Gespanne wurden von Wanderreitern aus dem Edertal und vom Bericher Reiterhof Bangert begleitet. Höhepunkt des Tages war dann gegen Abend ein ökumenischer Gottesdienst mit Hubertus-Messe in der Bericher Kirche.

Den liturgischen Teil des Gottesdienstes gestalten Pfarrer Klemens Blum und Edgar Hohmann gemeinsam. Den musikalischen Beitrag leisteten die Parforcehornbläser aus Vöhl.

(von Elmar Schulten)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare