Bad Arolsen

Hebammen bedauern Schließung der Geburtshilfe-Abteilung

- Bad Arolsen (-es-). Das Krankenhaus Bad Arolsen wird Ende des Jahres die geburtshilfliche Abteilung aufgeben. Grund genug für die verbliebenen Hebammen für eine Bestandsaufnahme.

„Mit großem Bedauern und großer Sorge blicken wir in das kommende Jahr“, heißt es in einer Stellungnahme der Hebammen. Die Schließungsnachricht habe alle sehr getroffen: „Eine solche rasche Schließung der Geburtshilfe haben wir nicht für möglich gehalten.“ Es sei sehr schade, dass den schwangeren Frauen in der Region immer mehr die Möglichkeit genommen werde, sich frei für einen geeigneten Ort für die bevorstehende Entbindung zu entscheiden. Die Gesundheitspolitiker seien gefordert, endlich etwas zu unternehmen. „Sonst gibt es bald in ländlichen Gegenden keine Geburtshilfe mehr und die Frauen werden mehr und mehr gezwungen, in große Kliniken auszuweichen. Schon seit einiger Zeit machen wir Hebammen auf diese Problematik aufmerksam“, heißt es in der Stellungnahme. „Rückblickend wollen wir sagen, dass wir jederzeit gern die werdenden Eltern auf dem Weg zum Elternwerden begleitet haben und auch weiterhin für die Betreuung von Anfang der Schwangerschaft an und über das Wochenbett hinaus zur Verfügung stehen.“ Im Raum steht die Gründung einer Hebammen-Praxis in Bad Arolsen. Genaues steht aber noch nicht fest. Als Gründe für die Schließung des Kreißsaals nannte die Krankenhausleitung vor einem Monat unter anderem die rückläufigen Geburtenzahlen, die stark gestiegenen Versicherungsprämien in der Geburtshilfe sowie die dadurch bedingte Kündigung der Geburtshilfeverträge durch die Belegärzte. Den fest angestellten Hebammen werden andere Stellen im Krankenhaus und innerhalb des Klinikverbunds der Gesundheit Nordhessen angeboten, hieß es. Die Geburtenzahlen seien seit Jahren rückläufig. Von 1999 bis 2009 sank die Zahl der Geburten in Bad Arolsen von 267 auf zuletzt rund 155 Entbindungen pro Jahr.

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