1. WLZ
  2. Waldeck
  3. Bad Arolsen

Heilmittel aus der Tiefe: Schlossbrunnen Bad Arolsen gesichert

Erstellt:

Von: Armin Haß

Kommentare

Der Schlossbrunnen (Heilquelle) ist saniert worden.
Der Schlossbrunnen (Heilquelle) ist saniert worden. © Armin Haß

Der Arolser Heilbrunnen sprudelt aus neuen Rohren zur nahegelegenen Trinkhalle im Baumpark und im Wellnessbereich des Welcome-Hotels. Die Stadt hat die Quellfassung am der Schön-Klinik, ehemals Neues Schloss, sanieren lassen.

Bad Arolsen – Nach diversen Renovierungsarbeiten in den vergangenen Jahrzehnten hat die Stadt vor drei Monaten für 60 000 Euro neue Rohre einbauen lassen müssen.

Bei einer Befahrung mit einer Kamera waren Korrosionsschäden festgestellt worden, so Wilhelm Müller, Leiter des Touristik-Service.

Vor 50 Jahren erbohrt

Das Wasser, das monatlich kontrolliert wird, sei in Ordnung, doch habe ein Eindringen der Schüttungen gedroht. Die Heilquelle war 1972/1973 erbohrt worden, so der fachliche Begriff, und ist seither in Betrieb. 1977 wurde die Stadt zum Heilbad ernannt, 1997 der Titel Bad verliehen.

Die Heilquelle Schlossbrunnen stelle einen Baustein zur Anerkennung der Prädikate dar, so Bürgermeister Marko Lambion bei einer Besichtigung der noch bis zur turnusmäßigen Schließung Ende Oktober geöffneten Trinkhalle. Diese ist neben der kleinen Wandelhalle, in der inKurkonzerte veranstaltet werden, ein Teil des Toursimus-Konzeptes.

Impulse für Fremdenverkehr

Die Prädikate förderten den Fremdenverkehr. Davon profitierten Einheimische, Gastgeber und Gäste, stellt Lambion fest. Daher stelle sich die Stadt regelmäßig und erfolgreich den Untersuchungen zur Prädikatisierung. Diese werde vom Touristik-Service gut vorbereitet, so der Rathauschef.

Noch bis Ende Oktober wird in der Trinkhalle das Arolser Heilwasser ausgeschenkt. Von links: Bürgermeister Marko Lambion sowie Tom Schäfer, Wilhelm Müller und Tobias Rückschloß (alle Touristik-Service).
Noch bis Ende Oktober wird in der Trinkhalle das Arolser Heilwasser ausgeschenkt. Von links: Bürgermeister Marko Lambion sowie Tom Schäfer, Wilhelm Müller und Tobias Rückschloß (alle Touristik-Service). © Armin Haß

Am 7. Oktober erfolgte eine Inspektion zur Heilwasserherstellung nach den Regeln der „Good manufacturing practice“ (GMP, „Gute Herstellungspraxis“). Nach diesen international geltenden Regeln wird das Arzneimittel Schlossbrunnen alle sechs Jahre unter der Aufsicht des Regierungspräsidiums Darmstadt untersucht.

Das wird erwartet

Der Prüfbericht liegt noch nicht vor, in der Besprechunng zwischen dem Touristik-Service und dem Prüfer sei aber schon ein positives Aussicht gestellt worden, so Touristik-Service-Leiter Wilhelm Müller.

Zur Inspektion nach den Regeln der „Good manufacturing practice“ (GMP, „Gute Herstellungspraxis“). wurden unter anderem die Heilquelle, die Entnahmestellen, die Verfahrensabläufe, die Reinigung der Anlagen, die Schulung des beauftragten Personals und regelmäßigen Heilwasseranalysen geprüft.

Hier gibt es Heilwasser

Für 30 Cent bekommen Besucher der Trinkhalle den Becher Schlossbrunnen, Kurgäste erhalten das Wasser kostenlos. Laut Institut Romeis in Bad Kissingen handelt es sich beim Schlossbrunnen um ein fluoridhaltiges Calcium-Magnesium-Sulfat-Wasser. Im Rahmen einer Trinkkur wird dem Heilwasser bescheinigt, nachhaltig positive Anpassungsvorgänge im Körper auszulösen und das allgemeine Wohlbefinden wiederherzustellen.

Eine Trinkkur wirke regulierend auf die Magensäfte, habe entzündungshemmenden Einfluss bei Magenbeschwerden wie Entzündung der Magenschleimhaut und wirke Sodbrennen entgegen. Schlossbrunnen rege die Darmfunktion mild an und sei geeignet, leichtere Verstopfungen zu beseitigen. Zudem lasse das Heilwasser Entzündungen abklingen.  (Armin Haß )

Auch interessant

Kommentare